1. Leben
  2. Geld

Biallos Ratgeber: Bankgeschäfte für eine gute Zukunft

Biallos Ratgeber : Bankgeschäfte für eine gute Zukunft

Verbraucher können mit der Wahl des Geldhauses zu mehr Klimaschutz und nachhaltigen Entwicklungen beitragen. Ein Überblick:

Weit mehr als ein Dutzend Geldhäuser richten ihr Kredit- und Anlagegeschäft konsequent nach „ESG-Kriterien“ aus – Kriterien im Hinblick auf Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Diese „Nachhaltigkeitsbanken“ bieten die gängigen Finanzprodukte an, von Girokonten, Krediten und Sparanlagen bis hin zu Fonds. Zudem erschließen Start-up-Unternehmen der Finanzwirtschaft diesen Markt. Und auch konventionelle Banken trimmen ihre Angebote auf Nachhaltigkeit.

Öko-Geldhaus oder konventionelle Bank? „Umwelt- und Ethikbanken sind mit ihren Nachhaltigkeitsstrategien anderen Banken meist weit voraus. Das betrifft die Güte der ESG-Kriterien, die Härte der Aus­schlüsse und zeigt sich an der Transparenz gegenüber Kunden und optional gegenüber der Öffentlichkeit“, sagt Michael Zahn von der Nachhaltigkeitsratingagentur „imug“. Das bedeutet aber nicht, dass konventionelle Kreditinstitute in jedem Fall zwangsläufig weniger in ökologischer oder sozialer Hinsicht anstoßen als alternative Banken. Simon Dittrich vom Verband „Forum Nachhaltige Geldanlagen“ verweist auf den Anlageansatz „Engagement“. Der Begriff steht für das Bestreben von Investoren, Unternehmen dahingehend zu beeinflussen, ethischen Faktoren Rechnung zu tragen. „Eine große Bank, die Engagement betreibt, kann im Vergleich zu einer kleinen Spezialbank viel bewirken“, betont Dittrich.

Wie nachhaltig sind Sparkassen und Genossenschaftsbanken? Konventionelle Banken reagieren „zunehmend auf den öffentlichen Druck und schränken klimaschädliche und andere unethische Geschäfte ein“, berichtet die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald. „Doch ihre Schritte sind noch zu langsam und zu klein.“ Unter den Sparkassen verweist die Organisation zum Beispiel auf die Institute in Hannover und Köln-Bonn: „Das ist alles noch ganz und gar nicht ethisch konsequent, aber es tut sich etwas im Sparkassensektor“, sagt Urgewald-Sprecher Moritz Schröder-Therre.

Wie steht es um Ethik bei großen Banken? Ein Bild davon, inwieweit die von Banken veröffentlichten Selbstverpflichtungen mit internationalen Nachhaltigkeitsstandards übereinstimmen, zeichnet das Online-Portal Fairfinanceguide. Aktuell sind auf der Internetseite 16 Geldhäuser aufgeführt. Das im Ranking am besten abschneidende konventionelle Geldhaus ist die Direktbank ING. Sie erfüllt 55 Prozent der Bewertungskriterien. Zum Vergleich: Die Werte für die grünen Banken liegen zwischen 80 und 95 Prozent. In einem vierstufigen Nachhaltigkeitsrating der Experten von „imug“ von D (negativ) bis AAA (sehr positiv) unter den 25 größten, konventionellen deutschen Banken taucht unter den ersten fünf im Ranking – alle mit BB (positiv) – neben den Immobilienfinanzierern KfW, Aareal Bank, Deutsche Pfandbriefbank und DZ Hyp die Direktbank DKB auf.

Was kosten „grüne“ Girokonten? Der Grundpreis ist bei den Spezialbanken im Schnitt höher als bei konventionellen. Die Triodos Bank etwa, Direktbank und größte Nachhaltigkeitsbank in Europa, berechnet für ihr Girokonto monatlich 5,50 Euro. Die Dispozinsen der grünen Banken liegen dagegen unter dem Branchenschnitt. Ein kostenloses „grünes“ Girokonto gibt es bei der Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing. Auch das Start-up Tomorrow bietet ein solches Konto. Kostenlos ist ebenfalls das Kontomodell „DKB Cash“.

Sparanlagen und Negativzinsen: Auch einige grüne Banken berechnen inzwischen Negativzinsen bei höheren Einlagen. Das ist bei der Triodos Bank, GLS Bank, Umweltbank, Ethikbank und Steyler Bank der Fall.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.