Frankfurt/Main/Dessau: Bald ist Schluss: Glühlampen wird das Licht abgedreht

Frankfurt/Main/Dessau: Bald ist Schluss: Glühlampen wird das Licht abgedreht

Nach 130 Jahren ist am 1. September Schluss: Der altbewährten Glühbirne wird dann in der gesamten Europäischen Union Schritt für Schritt das Licht abgedreht.

Energiesparlampen sollen sie künftig ersetzen. Bei vielen Verbrauchern löst das Ängste aus. Etwa davor, künftig keine passende Lampe mehr für die Lieblingsleuchte zu finden, vor dem angeblich kalten Licht der Energiesparlampen oder davor, das Licht nicht mehr dimmen zu können. Solche Befürchtungen sind laut zahlreicher Experten aber völlig unbegründet.

Zunächst einmal erfolgt der Ausstieg vergleichsweise sanft in vier Stufen: Ab dem 1. September dieses Jahres verschwinden zuerst alle Glühlampen mit 100 Watt und mehr aus den Regalen, erläutert die Brancheninitiative licht.de in Frankfurt. Das gleiche Schicksal trifft alle matten Glühlampen sowie Halogenglühlampen in Mattglasausführung und Energiesparlampen mit geringer Effizienz. Am 1. September 2010 folgen dann Glüh- und Halogenlampen mit 75 Watt und mehr, ab 2011 trifft es alle Exemplare mit 60 Watt und mehr und im Jahr 2012 alle dann noch übrigen „Birnen”.

Zu den jeweiligen Stichdaten noch übrige Lampen dürfen die Händler weiter verkaufen. Die Industrie liefere aber keinen Nachschub mehr, heißt es bei licht.de. Und Verbraucher dürften zu Hause gelagerte Lampen selbstverständlich weiter in ihre Leuchten drehen.

Aus Sicht zahlreicher Experten gibt es aber keine Gründe dafür, Glühlampen in der Vorratskammer zu horten. Denn entgegen allen Vorurteilen gebe es mittlerweile durchaus Energiesparlampen, die ein gemütliches, warmes Licht ausstrahlen.

Wichtig ist, dass beim Kauf auf die Kelvin-Angaben geachtet wird, rät das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau. Sie seien auf der Verpackung verzeichnet und geben Auskunft über die Lichtfarbe. Für eine gemütliche Wohnatmosphäre seien zum Beispiel 2700 Kelvin beziehungsweise warmweißes Licht ideal. Für den Arbeitsplatz sollten Energiesparlampen „tageslichtweiß” sein und rund 6000 Kelvin haben.

Alternativ können sich Verbraucher auf der Suche nach der richtigen Lichtfarbe auch an entsprechenden Zahlen-Codes orientieren, so der Bund der Energieverbraucher in Unkel bei Bonn. Warmweiße Lichtfarbe sei etwa an der Zahlenkombination 827 zu erkennen: „8” stehe dabei für gute Farbwiedergabe, „27” für 2700 Kelvin Farbtemperatur.

Angst um die von Oma geerbte Lampe oder das teure Designerstück müssen ebenfalls die wenigsten haben: Fast alle vorhandenen Leuchten können auch zukünftig mit passenden Leuchtmitteln bestückt werden, heißt es bei licht.de. Bereits jetzt gebe es eine Vielzahl von Alternativen. Neben Energiesparlampen zählten dazu auch Halogenlampen und sogenannte LEDs - darunter sehr viele mit den Schraubsockeln E14 und E27 für den direkten Austausch gegen Glühlampen.

Da das Licht von Energiesparlampen eher weich und deshalb kontrastarm sei, sind sie in einigen Fällen nicht erste Wahl. Problemkandidaten seien zum Beispiel Kristall-Kronleuchter. Für sie sind Halogenlampen die bessere Lösung. Auch wenn in der Wohnung rote und erdige Farbtöne dominieren, sind Halogenlampen nach Angaben der Brancheninitiative die richtige Wahl, weil ihr Licht diese Farbtöne besser wiedergibt.

Wird eine alte Glühbirne gegen eine gleich helle, qualitativ hochwertige Energiesparlampe ausgewechselt, spart das - gerechnet auf 10.000 Betriebsstunden - bis zu 177 Euro, haben UBA-Fachleute errechnet. Außerdem hätten Energiesparlampen eine wesentlich höhere Lebensdauer als Glühlampen. Manche Exemplare hielten bis zu 15.000 Stunden durch. Markenprodukte schnitten dabei häufig besser ab als No-Name-Modelle.

Irgendwann hat aber auch die beste Energiesparlampe ausgedient. Auf keinen Fall darf sie dann einfach in die Mülltonne oder den Glascontainer geworfen werden, warnt das UBA. Denn Energiesparlampen enthielten unter anderem das giftige Quecksilber. Genau wie alte Batterien seien sie ein Fall für die gesonderte Entsorgung auf dem Wertstoffhof.