Biallos Ratgeber: Ausbildung finanzieren, in eigene Zukunft investieren

Biallos Ratgeber : Ausbildung finanzieren, in eigene Zukunft investieren

Auszubildende und Studenten können sich aus Bafög, Stipendium oder Studienkredite ihren persönlichen Finanzierungsmix zusammenstellen. Ein Schnellüberblick über die verschieden Finanzierungen:

Finanzierungsmix: Rund 820 Euro gaben Studenten 2016 durchschnittlich im Monat aus, das geht aus der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes hervor. Um dieses Geld aufzubringen, setzen Studenten auf einen Mix aus Ausbildungsunterhalt, Bafög, Nebenjob, Stipendium und auch mal einem Studienkredit. „Eine Studienfinanzierung sollte so günstig wie möglich sein, um nicht mit einem Schuldenberg ins Berufsleben zu starten“, sagt Bernhard Börsel, Referatsleiter Studienfinanzierung beim Deutschen Studentenwerk.

Bafög: Gleich nach dem Elternunterhalt ist Bafög die wichtigste Geldquelle für Studenten. Auch Schüler, etwa an Berufsfachschulen, können Bafög erhalten. „Viele lehnen Bafög ab, weil sie meinen, keine Schulden machen zu wollen“, sagt Börsel. Doch günstiger lässt sich kaum Geld leihen: Beim Förderhöchstsatz von 735 Euro im Monat erhält ein Student über zehn Semester 44.100 Euro. Davon muss er zwar die Hälfte an den Staat zurückzahlen, jedoch maximal 10.000 Euro, ohne Zinsen. „In diesem Fall zahlt man nicht mal ein Viertel des Darlehens zurück“, rechnet Börsel vor.

Einkommensgrenzen: Starre Einkommensgrenzen gibt es nicht beim Bafög. Bei der Berechnung des Jahresnettoeinkommens der Eltern gelten viele Freibeträge und es spielt eine Rolle, wie viele Kinder in Ausbildung sie finanzieren müssen.

Grob lässt sich sagen: Liegt das Jahresnettoeinkommen der Eltern bei etwa 20.580 Euro, erhält der Studierende den Bafög-Höchstsatz von 735 Euro. Verdienen die Eltern mehr, gibt es Teilförderungen. „Jeder sollte einen Bafög-Antrag stellen, so verschenkt er kein Geld und erfährt in etwa, was die Eltern an Unterhalt zahlen müssten“, rät Börsel. Bafög wird frühestens ab dem Monat der Antragstellung gezahlt.

Stipendien: Zu glauben, man sei nicht gut genug für ein Stipendium, ist ein Fehler. Gute Noten sind zwar ein Kriterium bei der Vergabe, aber auch soziales Engagement zählt, die Persönlichkeit und oft auch spezielle Interessen, die Herkunft oder die Tatsache, der erste Akademiker in der Familie zu sein. „Man sollte sich nicht entmutigen lassen und suchen, was zum eigenen Profil passt“, rät Katrin Kowark vom Bundesverband Deutscher Stiftungen. Im Durchschnitt erhielten Stipendiaten 2016 monatlich 423 Euro. Das Geld muss man nicht zurückzahlen.

Kredite: Studienkredite sind die teuerste Art der Studienfinanzierung, weil der Darlehensbetrag voll verzinst zurückzuzahlen ist. Trotzdem sind sie eine wichtige Geldquelle. „Für 3,5 Prozent der Studierenden ist ein Studienkredit der Garant, dass sie einen Abschluss erreichen können“, sagt Ulrich Müller vom Gemeinnützigen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), der jedes Jahr Darlehensangebote testet.

Die Darlehen sind als Ergänzungsfinanzierung geeignet oder um kurzfristige Finanzierungsengpässe zu überbrücken, etwa während des Examens.

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