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Hamburg: Anlagechancen in den Schwellenmärkten

Hamburg : Anlagechancen in den Schwellenmärkten

Trotz der globalen Krisenstimmung gibt es noch reichlich Wachstumschancen für Anleger. Das beweisen nicht nur Brasilien, Russland, Indien und China (die sogenannten BRIC-Staaten). Auch der Wirtschaftsraum „Middle East und ”Northern Africa" (Mena) zeigt sich nun im Aufwind.

Daher lohnt sich ein Blick auf die Anlagemöglichkeiten in der Region. Deren Rahmendaten sind vielversprechend. In den Mena-Gebieten leben rund eine Milliarde Menschen, von denen 60 Prozent jünger als 25 Jahre sind. Auch beim Bevölkerungswachstum, das bei zwei Prozent pro Jahr liegt, gibt es in Nordafrika und im Mittleren Osten Ähnlichkeiten. Für ein Engagement in die Mena-Region spricht zudem, die mittlerweile verbesserte Ausgabenpolitik der arabischen Staaten.

Denn selbst bei den aktuell immer noch recht niedrigen Ölpreisen verzeichnen die Staatshaushalte größtenteils einen Überschuss. Ein Teil der freien finanziellen Mittel wird außerdem in die Schuldentilgung gesteckt und - was noch viel wichtiger ist - in regionale Infrastrukturprojekte. Man hat also dazu gelernt und emanzipiert sich immer stärker von der Abhängigkeit der Öleinnahmen.

Darüber hinaus löst das enorme Bevölkerungswachstum auch einen Investitionsdruck aus. Beispielsweise muss Ägypten jedes Jahr etwa 600.000 neue Jobs zur Verfügung stellen, um die Arbeitslosenrate bei zehn Prozent zu halten. Dies fördert natürlich eine liberalisierte und weniger regulierte Volkswirtschaft in dem Land.

Natürlich hat die Wirtschaftskrise die Region nicht verschont. Doch haben die Zentralbanken, etwa von Kuwait oder Katar, schnell auf Liquiditätsprobleme reagiert und einen Rettungsschirm in Form von direkten Finanztransfers oder durch staatliche Beteiligungen gebildet.

Als Anleger sollte man sich bei der Fondsauswahl aktuell besonders auf die Investmentfonds konzentrieren, die sich unter anderem auf die Vereinigten Arabischen Emirate fokussiert haben. Hierzu gehört beispielsweise der Pictet Middle East & Northern Africa Fund. Die 1805 in Genf gegründete Privatbank Pictet & Cie zählt mit einem verwalteten Vermögen von 214 Milliarden Euro zu den größten ihrer Art in der Schweiz. Der Fonds investiert insgesamt in 30 bis 60 Einzeltitel und setzt in seiner Strategie vor allem auf den Finanzplatz Abu Dhabi.

Denn als Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate konzentrieren sich hier die Investitionen, von denen verschiedene Branchen profitieren. Die stabile Bankenlage und der Ausbau der Infrastruktur lassen hier gute Entwicklungschancen entstehen. Zudem hat der Fonds seine Gelder in dem weniger stabilen Ägypten zurückgefahren. Immobilienwerte spielen ebenfalls eine geringere Rolle als früher. Das Schicksal einiger Großprojekte in Dubai zeigt die Schwierigkeiten des Marktes. So wurden in den vergangenen Monaten die Baustellen für den Trump Tower auf der Palmeninsel Jumeirah oder das sogenannte Dubailand gestoppt und die Zukunft bleibt hierbei auch eher ungewiss.

Im Gegenzug wurde innerhalb des Fonds der Bereich Telekommunikation verstärkt, denn trotz der Krise bleiben dort die Rahmenbedingungen günstig. Katar ist ebenfalls übergewichtet. Das Land ist schon jetzt auf dem besten Weg, sich als internationales Zentrum für Flüssiggas zu etablieren. In der Folge wird der Staat seine Erdgasproduktion in den kommenden zwei Jahren verdreifachen. Eine lösbare Aufgabe. Immerhin besitzt Katar etwa 15 Prozent der weltweiten Erdgasreserven. Lediglich der Iran und Russland haben mehr Erdgas.