1. Leben
  2. Geld

Berlin: Altverluste: Übergangsregelung bei Abgeltungssteuer

Berlin : Altverluste: Übergangsregelung bei Abgeltungssteuer

Für Spekulations-Altverluste hat der Fiskus im Zuge der Abgeltungssteuer-Einführung eine Übergangsregelung geschaffen. Bis zum 31. Dezember 2013 können solche Verluste noch mit abgeltungssteuerpflichtigen Veräußerungsgewinnen verrechnet werden.

Eine Verrechnung mit laufenden Erträgen - Zinsen oder Dividendenausschüttungen zum Beispiel - ist nicht möglich, teilt der Bund der Steuerzahler in Berlin mit.

Mit Spekulations-Altverlusten sind die Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften mit Kapitalanlagen gemeint, die vor Einführung der Abgeltungssteuer entstanden sind - zum Beispiel realisierte Kursverluste von Investmentfonds.

Hintergrund der Übergangsregelung ist, dass mit der Einführung der Abgeltungssteuer die Spekulationsfrist von einem Jahr abgeschafft wurde: Wer Papiere länger als zwölf Monate hielt, konnte die Gewinne bis dahin steuerfrei einstreichen. Andernfalls waren sie dem persönlichen Steuersatz unterworfen.

Seit Einführung der Abgeltungssteuer ist das immer so, unabhängig von der Haltedauer. Und als weiterer Unterschied gilt nun ein pauschaler Steuersatz von 25 Prozent. Die Übergangsfrist sei dafür geschaffen worden, dass das Gewinn-Verlust-Konto nach alter Rechnung einmal bereinigt ist, bevor neue Gewinne und Verluste anfallen.

Die Verrechnung erfolgt, indem die Altverluste vorrangig vor anderen Verlusten aus Kapitalvermögen geltend gemacht werden. Dazu muss sich der Steuerzahler von der Bank die neuen Verluste bescheinigen lassen, damit diese nicht über den „Verrechnungstopf” vorrangig mit neuen Gewinnen aus der Veräußerung von Wertpapieren verrechnet werden.

Im Veranlagungsverfahren können dann die Altverluste die zu versteuernden neuen Veräußerungsgewinne mindern und werden verbraucht, erläutert Käding. Später, wenn die Altverluste vollständig verrechnet wurden, können die neuen Verluste zeitlich unbegrenzt geltend gemacht werden.

Sollten über das Jahr 2013 hinaus noch Altverluste verbleiben, können diese nur noch mit Gewinnen aus privaten Immobilienveräußerungen verrechnet werden. Das liegt daran, dass für Immobilien eine Spekulationsfrist von zehn Jahren gilt. Der Steuerzahlerbund rät, die Altverluste möglichst vor dem Jahr 2013 zu verbrauchen, denn Immobilienveräußerungen kämen eher selten vor.