Biallos Ratgeber: Abschied von der papiernen TAN-Liste

Biallos Ratgeber : Abschied von der papiernen TAN-Liste

Für viele Bankkunden brechen neue Zeiten an: Ab 14. September 2019 können sie keine Online-Überweisungen per iTAN-Liste mehr tätigen. Alle Banken schaffen die klassischen Transaktionsnummern auf Papier ab.

Grund dafür ist die seit Januar 2018 geltende europäische Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2). Sie schreibt vor, dass die für das Onlinebanking notwendigen Transaktionsnummern (TAN) künftig dynamisch generiert werden müssen, was mit einer Zahlenfolge auf Papier nicht möglich ist. Viele Banken verzichten bereits seit einiger Zeit auf die als unsicher geltende Zertifizierung, beispielsweise die Postbank, die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken.

Die verbliebenen Banken informieren derzeit ihre Kunden über das bevorstehende Ende der iTAN-Liste und raten zum Wechsel in ein neues Verfahren. Was sind die Alternativen?

Chip-TAN: Bei dem bewährten und als sicher geltenden Verfahren wird die TAN durch einen externen Generator, ähnlich einem Taschenrechner, erzeugt. Steckt man die Girocard in das Gerät und hält dieses vor den PC-Bildschirm, wird die neue TAN angezeigt. „Das Gerät kann weder ausspioniert noch durch Trojaner manipuliert werden, da es nicht mit dem Internet verbunden ist“, sagt Dirk Althoff, Pressesprecher der Consorsbank. Nachteile: Die Generatoren können bis zu 60 Euro kosten. Die Consorsbank stellt diesen Generator jedoch kostenfrei zur Verfügung. Hat man das Gerät nicht zur Hand, ist keine Transaktion möglich.

Push-TAN: Hier müssen Kunden eine App auf ihr Smartphone oder Tablet laden und mit einem Bank-Code einrichten. Das App-basierte Verfahren trägt unterschiedliche Namen, zum Beispiel „VR-SecureGo“, „SpardaSecure-Go“ oder „TAN2go“. Für eine Überweisung gibt man die Überweisungsdaten in die Onlinebanking-Maske ein und sendet diese ab. Jetzt wechselt man zur Push-TAN-App, gibt sein Passwort ein und prüft die angezeigten Auftragsdaten. Gleichzeitig zeigt die App eine TAN, die man in das Onlinebanking-Formular eingibt. Banking-App und TAN-App arbeiten unabhängig voneinander und sind nach neuestem Stand der Technik kryptographisch verschlüsselt. Dadurch gilt das Mobil-Banking mit nur einem Endgerät als sicher.

Photo-TAN: Auch dieses Verfahren funktioniert mit einer eigenständigen Bank-App auf dem Smartphone oder mit einem speziellen Lesegerät. Vor der Transaktion erscheint ein mehrfarbiges Mosaik auf dem PC-Bildschirm, das man mit der App scannen muss. Im Gegenzug werden die TAN sowie die zugehörigen Transaktionsdaten auf dem Display angezeigt. Jetzt gibt man die TAN in das Überweisungsfeld ein und startet die Transaktion. Nachteil: Wer statt des Handys ein Lesegerät verwenden möchte, muss dieses kaufen. Comdirect berechnet beispielsweise dafür 34,90 Euro.

Überweisen ohne TAN: Kleinst­überweisungen bis 30 Euro funktionieren auch ohne Transaktionsnummer. Bei Direktbanken sowie Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und den PSD-Banken ist diese Möglichkeit weit verbreitet. Ein Risiko besteht für Kunden nicht, denn laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen haften in diesem Fall die Banken. TAN-freie Online-Überweisungen sind auch innerhalb von Multi-Banking-Apps machbar. Dabei handelt es sich um spezielle Bank-Apps, mit denen man sich das eigene Konto, manchmal auch eigene Kontostände bei verschiedenen Banken, anzeigen lassen kann. Kunden können damit Geld überweisen, Daueraufträge freigeben oder Wertpapiere kaufen – bequem per Fingerabdruck oder mit ihrer festgelegten PIN-Nummer.

Hier finden Abonnenten unserer Zeitung die ausführliche Langfassung des Biallo-Ratgebers.

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