Bremen: Zukunftsforscher Opaschowski: Modell Altenheim hat ausgedient

Bremen: Zukunftsforscher Opaschowski: Modell Altenheim hat ausgedient

Das Modell Altenheim hat nach Meinung des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski bald ausgedient. Aus Sicht der Bevölkerung seien Generationenhäuser zukunftsweisend, sagte der Leiter der „Stiftung für Zukunftsfragen”.

Zwei Drittel der Bundesbürger hielten generationsübergreifende Bau-, Haus- und Wohnungsgemeinschaften für besonders wichtig. Allerdings mangele es an Beispielen, die Mut machten.

Die Kommunen könnten beispielsweise eine Wohn- und Hausgemeinschaftsquote einführen, sagte Opaschowski. Schließlich gebe es auch eine „Kunst-am-Bau-Quote”. Für den Wohnungs-und Städtebau der Zukunft sollte gelten, dass jeder fünfte Quadratmeter für Baugemeinschaften und Baugenossenschaften vorgesehen werde.

Zusammenrücken statt Auseinanderdriften ist Opaschowski zufolge die Wohn- und Lebensdevise der Zukunft. Die Menschen müssten sich wieder mehr selber helfen. Der Staat habe als Versorger des Lebens ausgedient. Stattdessen seien eigene Sozialkompetenzen gefragt: „Ich spreche von der Generation V der Zukunft mit den Stichworten Vertrauen, Verantwortung, Verlässlichkeit.”

Vor allem die bereits gemeinschaftserfahrenen Senioren von morgen suchten neue generationsübergreifende Wohnformen, sagte der Zukunftsforscher. Ihr Motto laute „gemeinsam statt einsam”. Menschen ohne Kinder und Enkel müssten kontaktfreudig bleiben, wenn sie in einer Gesellschaft des langen Lebens nicht allein sein wollten. Zur sogenannten Wahlfamilie gebe es für sie keine Alternative.

Mehr von Aachener Nachrichten