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Düsseldorf/Hagen/Dortmund: Zahl der Adoptionen in NRW sinkt weiter

Düsseldorf/Hagen/Dortmund : Zahl der Adoptionen in NRW sinkt weiter

Jungen Müttern wird in Krisen besser geholfen und potenzielle Adoptionsbewerber zögern angesichts unsicherer Jobs: Die Zahl der Adoptionen in Nordrhein- Westfalen sinkt weiter. „Bei dieser finanziellen Krise trauen sich nur Leute, die einen extremen Kinderwunsch haben und die finanziell sicher sind”, sagte Erika Zupan von der Adoptionsstelle des Hagener Jugendamtes.

970 Kinder wurden im vergangenen Jahr in NRW adoptiert, davon 502 Jungen und 468 Mädchen, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Düsseldorf bekanntgab. 2007 gab es noch 1032 Vermittlungen, 2001 waren es 1455.

Jutta Krampe vom Dortmunder Jugendamt beobachtet: „Es gibt immer weniger Mütter, die bereit sind, ihr Kind zur Adoption freizugeben.” Ende Dezember 2008 waren in NRW nur 244 Kinder zur Adoption vorgemerkt, Ende 2001 waren es 353. Dies liegt laut Krampe vor allem daran, dass es für junge Mütter mittlerweile viele staatliche Hilfsangebote gebe. Auch sei es heutzutage nicht mehr verwerflich, ein uneheliches Kind zu bekommen, sagt Zupan. „Adoption ist immer ein Spiegel der Gesellschaft.” „Wir sind nicht dazu da, möglichst viele Kinder zu vermitteln”, sagte Zupan. Oft liege der Erfolg gerade darin, sie in den Familien zu halten.

Zunehmend versuchten es unfruchtbare Paare mit einer künstlichen Befruchtung, erzählt Zupan. Zudem sei das Adoptionsverfahren komplizierter geworden, heißt es aus dem Bochumer Jugendamt. unter anderem deswegen ist die Zahl der Adoptionsbewerber in NRW seit 2001 von knapp 3600 deutlich auf gut 2100 gesunken. Doch Zupan betont: „Wir haben immer noch Gott sei Dank genügend Bewerber”. Ende 2008 kamen auf ein zur Adoption vorgemerktes Kind immer noch fast neun Bewerber. 2001 lag der Schnitt bei zehn Bewerbern pro Kind.