Düsseldorf: Wirbelsäulenverkrümmung: Gefahr zwischen 12 und 17

Düsseldorf: Wirbelsäulenverkrümmung: Gefahr zwischen 12 und 17

Jugendliche tun ihrem Rücken keinen Gefallen, wenn sie verkrampft und rundrückig an ihrem Schreibtisch kauern. Denn es droht eine dauerhaft falsche Körperhaltung, die sogenannte Scheuermann-Krankheit. „Mädchen zwischen dem 11. und dem 15.

Lebensjahr und Jungs zwischen 12 und 17 Jahren haben ein erhöhtes Risiko, dass sich bei ihnen eine Fehlentwicklungen der Wirbelsäule ausbildet”, sagt der Orthopäde Thomas Pauly aus Düsseldorf. Sitzen die Jugendlichen länger in gebeugter Position, und sind dann noch ihre Rückenmuskeln schlecht entwickelt, so werden die Wirbel stark belastet. „Die Knorpel-Knochen-Verbindungen der Wirbel und die Wirbelkanten können Schaden nehmen”, sagt der Experte. Die Folge: Ein Rundrücken, der im Volksmund auch „Lehrlings-Buckel” genannt wird.

Schmerzen treten nach Worten des Orthopäden meist erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf. Die Therapie ziele darauf ab, den Rücken wieder aufzurichten. Dies könne durch Krankengymnastik geschehen. Dabei werde die Bauch- und Rückenmuskulatur trainiert. Auch Korsetts würden eingesetzt. Sei die Wachstumsphase allerdings abgeschlossen, helfe meist nur noch eine Operation.

Zur Vorbeugen sei es wichtig, dass die Eltern auf die Entwicklung einer gesunden Körperhaltung achten: Zum Beispiel mit Hilfe eines regelmäßigen Sportprogramms, bei dem Rücken- und Bauchmuskulatur gestärkt werden, rät Pauly. Bewegungen, bei denen die Wirbelsäule zahlreiche Stöße oder Sprünge abfedern muss, verstärkten das Problem, beispielsweise Kampfsportarten oder Hallen-Ballsportarten.

Besser seien Sportarten wie Schwimmen, Gymnastik oder Walking. Auch bei der längeren Lektüre eines spannenden Buches sei es ratsamer sich gemütlich hinzulegen, als zusammengebückt auf einem Sessel zu sitzen. Unterstützende Maßnahmen im Alltag seien laut Pauly sinnvoll: Die Höhe von Schreibtisch und Stühlen müsse an die Körpergröße des Jugendlichen angepasst sein. Und die Schreibtischplatte sollte besser etwas geneigt als flach sein.

Mehr von Aachener Nachrichten