Wie sich das veränderte "klassische" Rollenbild im Haushalt auswirkt

Putzen und Kochen : Wie sich das veränderte "klassische" Rollenbild im Haushalt auswirkt

Das traditionelle Rollenbild gilt gemeinhin als gesetzt: Frauen putzen und kochen im Haushalt, während Männer für anfallende Reparaturen sowie Behördengänge zuständig sind. Doch neuste Studien belegen, dass sich in den letzten dreißig Jahren vieles getan hat. Dies macht sich in den modernen Patchwork-Haushalten bemerkbar.

Putzen ist meist noch Frauensache

Es gibt hinsichtlich der Geschlechterrollen einige Aspekte, die sich wenig bis gar nicht geändert haben. Das zeigen aktuelle Erhebungen der allgemeinen Bevölkerungsumfrage für Sozialwissenschaften, die in regelmäßigen Abständen vorliegen. Demnach putzen die männlichen Vertreter nach wie vor wenig im Haushalt: In drei von 100 Haushalten ist es der Mann, der öfter putzt als die Frau. Interessant ist auch der Umstand, dass sich doppelt so v iele Haushalte wie früher eine (weibliche) Reinigungskraft leisten, um für Ordnung und Sauberkeit in den eigenen vier Wänden zu sorgen.

US-Studien ergaben: Für heterosexuelle Frauen sei es besonders schlimm, wenn sich der Partner nicht am Abwasch beteiligt.

Frauen fühlen sich für Heimwerkertätigkeiten (noch) nicht zuständig

In jedem Haushalt geht einmal etwas zu Bruch. Anschließend gibt es zwei Varianten, um den Schaden einzugrenzen. Sofern es sich um einen nicht-reparablen Gegenstand aus fremdem Besitz handelt, springt die Haftpflichtversicherung ein. Für jeden Haushalt ist sie ein Muss, denn mit solch einer Versicherung entgehen Privatpersonen und Unternehmen der Gefahr, entstandenen Schaden teuer aus eigener Tasche zu bezahlen. Um eine günstige Versicherung zu erhalten, lohnt sich ein regelmäßiger jährlicher Angebots-Vergleich.

Je jünger das Paar, umso dynamischer ist das Rollenbild. Foto: Pixabay.com / Pexels / CC0 Creative Commons

Eine andere Möglichkeit besteht darin, die kaputten Gegenstände im eigenen Haushalt unter Zuhilfenahme handwerklicher Kenntnisse fachmännisch zu reparieren. In diesem Bereich betätigen sich vor allem die Männer. Frauen betätigen sich statistisch betrachtet nur in sechs von 100 Haushalten handwerklich. Männer hingegen legen den Werkzeugkoffer ungern aus der Hand und sehen sich in 80 Prozent der befragten Haushalte für die handwerklichen Arbeiten verantwortlich.

Jüngere Paare teilen sich eher den Haushalt als ältere

Bei der jüngeren Generation bestehen, den modernen Haushalt betreffend, einige Umbrüche. Bedingt sind diese Veränderungen durch den zunehmenden, nach und nach einsetzenden Generationenwandel. Dieser beginnt bereits beim Bildungsstand. Während es zu früheren Zeiten gang und gäbe war, den Mann intellektuell zu fördern, während die Frau ausschließlich für den Haushalt sowie die Erziehung der Kinder zuständig war, wirken die neusten Zahlen beinahe überraschend: Demnach bringen zehn Prozent aller teilnehmenden Frauen einen höheren Bildungsstand als ihr Partner mit.

Wäsche waschen ist im Pärchenhaushalt immer noch Frauensache. Lediglich sechs Prozent der in solch einem Haushalt lebenden Männer waschen regelmäßig anstelle ihrer Partnerin. Foto: Pixabay.com / RyanMcGuire / CC0 Creative Commons

Bei jungen Paaren, die unter 34 Jahre alt sind, führt dies zunehmend zu einem Umdenken in puncto Rollenbilder. In dieser Altersgruppe teilen sich die Paare die anfallende Hausarbeit. Bei der älteren Generation ist das traditionelle Rollenbild festgefahren, sodass mehr Frauen als Männer den Haushalt schmeißen.

Je jünger das Paar, umso dynamischer ist das Rollenbild.

Eigen- und Fremdwahrnehmung gehen weit auseinander

Die eigene Wahrnehmung unterscheidet sich Umfragen zufolge von der Wahrnehmung des Partners - nicht nur in Streitsituationen, auch in den Haushaltsfragen. Beide Geschlechter - Männer und Frauen - bewerten ihre eigene Rolle im Haushalt über. Die signifikantesten Unterschiede ergeben sich in den Kategorien "Reparaturen" und "Versicherungen". Hier sind sich beide Geschlechter zunehmend uneins, wer die meisten anfallenden Aufgaben erledigt. Männer sehen in diesen Bereichen ihren Anteil klar vorne, während viele Frauen ihre Beteiligung als höher bewerten, als sie tatsächlich ausfällt. Umgekehrt scheinen sich die gemischtgeschlechtlichen Teilnehmer weitestgehend einig zu sein, dass die Frauen öfter die Wäsche aufhängen als es Männer tun.

Äußere Rahmenbedingungen spielen eine große Rolle

Es sind die äußeren Rahmenbedingungen, die darüber entscheiden, ob ein Paar in den traditionellen Rollenbildern "festhängt" oder nicht. Für Männer ist es oft schwieriger, Familie und eine Vollzeitstelle unter einen Hut zu bringen, da die entsprechenden (politischen und sozialen) Rahmenbedingungen noch in den Kinderschuhen stecken.

Interessant ist der Umstand, dass Männer in Elternzeit tendenziell mehr im Haushalt erledigen und mehr gemeinsame Zeit mit ihren Kindern verbringen - täglich rund eineinhalb Stunden mehr als andere Väter, die durchgehend arbeiten. Der Effekt halte teilweise über Jahre hinweg an, wodurch Männer durchschnittlich eine halbe Stunde täglich zusätzlich in den Haushalt investieren. Es kann sich für Eltern lohnen, hinsichtlich des festgefahrenen Rollenbildes umzudenken und alte Vorstellungen im Haushalt gelegentlich über Bord zu werfen.

(vo)
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