München: Wege aus der Fischstäbchenphase - So schmeckt es der ganzen Familie

München: Wege aus der Fischstäbchenphase - So schmeckt es der ganzen Familie

Je mehr Familienmitglieder am Tisch sitzen, desto schwieriger wird es, etwas zu finden, das alle gern essen. „Viele Eltern sind regelrecht verzweifelt, wenn sich ihr Kind zum Beispiel gerade in der Fischstäbchenphase befindet und sonstige Speisen verweigert”, sagt Marlisa Szwillus, Autorin des Familienkochbuches „Für uns gekocht!”. Auch in solchen Phasen solle man jedoch weder auf gemeinsame Mahlzeiten verzichten noch für die Kinder extra Gerichte kochen. „Gemeinsam essen stärkt den Familienzusammenhalt”, betont Szwillus.

Die Autorin empfiehlt, Rezepte auszusuchen, die sich leicht abwandeln lassen. So schmecke es sowohl den Kindern als auch ihren Eltern. „Dieses Prinzip funktioniert meist ganz einfach und ohne großen Zeitaufwand”, sagt die Szwillus. Bei einer Tomatensuppe könne der Geschmackskick für die Eltern zum Beispiel ein wenig scharfes Chiliöl sein.

Die geliebten Fischstäbchen könne man statt aus der Packung auch selbst aus frischem Fisch zubereiten und mit einer feinen Kokospanade umhüllen. „Dazu schmeckt für die Eltern eine pikante Asiasoße - für Kinder darf es auch mal Ketchup geben”, sagt Szwillus.

Auch Suppen seien für die Familienküche geeignet, da man sie gut vorbereiten könne. „Eine gesunde italienische Minestrone wird für kleinere Kinder interessanter, wenn Sie als Einlage neben dem Gemüse Buchstabennudeln verwenden”, sagt Szwillus. Wenn Kinder kein Fleisch mögen, seien Bratkartoffeln mit Ei oder Pellkartoffeln mit Quark ein guter Ersatz für das entgangene Eiweiß. „Diese bewährten Kombinationen stehen schnell auf dem Tisch und schmecken den meisten Kindern und auch Erwachsenen gut”, sagt die Autorin.

Seien die Kinder etwas älter, könne man auch per Familienrat abstimmen, ob es den Wok am Wochenende mit Gemüse, Fleisch oder Fisch geben solle. Dabei sollte jedes Familienmitglied abwechselnd mit Bestimmen an der Reihe sein. „So können die Kinder und auch die Erwachsenen lernen, dass es wichtig ist, Kompromisse zu finden”, sagt Szwillus. Kleine Extras wie zum Beispiel Sojasoße, gehackte Erdnüsse oder frische Kräuter stelle man einfach in kleinen Schälchen bereit, so dass jeder sein Essen individuell damit aufpeppen kann.

Ein weiterer Rezepttipp fürs Mittagessen oder einen kleinen Imbiss seien Maisküchlein. Sie bestünden aus Maiskörnern aus der Dose, etwas Hüttenkäse, Eiern, Maisgrieß, einer gehobelten Karotte und fein geschnittenen getrockneten Tomaten. „Für die Würze sorgen Knoblauch, etwas Räucherspeck sowie Salz und Pfeffer”, sagt die Kochbuchautorin.

Nachdem man die Maisküchlein aus der Masse geformt habe, würden sie in etwas Öl in der Pfanne knusprig gebraten. Dazu schmecke Salat. „Auch dieses Rezept kann man so abwandeln, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist”, sagt Szwillus. So könne man zum Beispiel die Möhre und die getrockneten Tomaten durch Frühlingszwiebeln, fein gemahlenes Chili- und etwas Currypulver ersetzen.

Eine weitere Variante seien Maisküchlein mit Krabben. „Hierfür wird der Räucherspeck durch Krabbenfleisch ersetzt”, sagt Szwillus. Dieses werde mit etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer gewürzt. „Wer mag, kann noch Kokosflocken zur Mais-Krabben-Masse geben”, sagt die Autorin.

Die Fleischliebhaber der Familie könne man zum Beispiel mit einem Brathuhn glücklich machen, das als Ganzes im Ofen gegart wird. Eine Alternative seien Salate mit saftigen Steakstreifen oder pikante Currygerichte mit Rind oder Schwein.

Liebt die Familie Süßes, könnte man als Nachtisch oder als süße Hauptmahlzeit zum Beispiel Kaiserschmarrn mit Beerensalat, Apfelpfannkuchen mit Mandelsoße oder ein süßes Risotto mit frischen Früchten servieren.

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