Was Hundehalter in Nordrhein-Westfalen beachten müssen

Rechte und Pflichten : Was Hundehalter in Nordrhein-Westfalen beachten müssen

Was Hundehalter in Nordrhein-Westfalen beachten müssen Ein Hund kann eine große Bereicherung sein und erhöht bei vielen Menschen die Lebensqualität. Abhängig vom Bundesland, in dem sie leben, haben Hundehalter jedoch einige Regeln und Vorschriften zu beachten.

Wer sich zum ersten Mal einen Vierbeiner anschafft, muss sich gut darauf vorbereiten. Das heißt nicht nur, das nötige Zubehör zu kaufen und die häusliche Umgebung anzupassen. Neue Hundehalter müssen sich auch mit den örtlichen Hundegesetzen vertraut machen. Je nach Bundesland können diese stark variieren. In Nordrhein-Westfalen sollten sich insbesondere Besitzer größerer Hunderassen mit dem Landeshundegesetz auseinandersetzen, da es für Großhunde separate Vorschriften gibt. Dort steht auch im Detail, in welchen Gebieten Hunde auf keinen Fall frei herumlaufen dürfen. Zunächst gilt für alle Hundebesitzer das allgemeine Rücksichtnahmegebot: eine Grundpflicht, die Gefahren durch Hunde an öffentlichen Plätzen verhindern soll.

Unabhängig von der Größe oder Rasse des Hundes besteht auch eine Leinenpflicht, die insbesondere für Plätze mit erhöhtem Publikumsverkehr gilt. In den meisten Städten dürfen Hundehalter ihren Vierbeiner zwar kostenlos mitnehmen, müssen aber durch Leine und gegebenenfalls einen Maulkorb dafür sorgen, dass andere Passagiere keiner unnötigen Gefahr ausgesetzt werden.

Darüber hinaus gibt es auch ein Verbot von Aggressionsausbildung oder der Zucht von aggressiven Rassen und Kreuzungen. Bei als gefährlich eingestuften Hunderassen - wie Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Terrier oder Bullterrier - müssen Hundebesitzer bei den entsprechenden Behörden eine spezielle Erlaubnis einholen. So wird einem die Haltung solcher und ähnlicher Rassen nur gestattet, wenn man einen Sachkundenachweis vorlegen kann.

Außerdem gilt für bestimmte Hunderassen die Maulkorbpflicht. Wird ein sogenannter Verhaltens- oder Wesenstest absolviert, in dem sich der Hund als ungefährlich herausstellt, können diese Regeln unter Umständen gelockert werden. Das gilt auch für die generelle Leinenpflicht.

Die genauen Einzelregelungen hängen jedoch von der jeweiligen Gemeinde ab, die für bestimmte Städte und die zugehörigen Ortschaften zusätzliche Bestimmungen erlassen kann. Eine gute private Haftpflichtversicherung schützt vor vielen Risiken und übernimmt beispielsweise auch die Kosten, die aus Schäden durch Kleintiere resultieren. Sie gilt jedoch nicht für Hunde, sodass Hundebesitzer eine spezielle Hundehaftpflichtversicherung abschließen sollten. Diese ist auch dann unverzichtbar, wenn das Tier ständig angeleint ist. Denn selbst Rassen, die nicht zu den sogenannten „Listenhunden" gehören, können ohne Vorwarnung einen Fahrradfahrer anspringen und diesen aus dem Gleichgewicht bringen. Im schlimmsten Fall wird so ein Verkehrsunfall herbeigeführt und der Hundehalter muss für Schmerzensgeld sowie möglicherweise einen Verdienstausfall aufkommen. Dies gilt nicht nur für Nordrhein-Westfalen, sondern in ganz Deutschland. Genaue Bestimmungen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch unter der Tierhaltungshaftpflicht in Artikel 833 festgehalten.

Zu guter Letzt und unabhängig von der Hundehaftpflichtversicherung muss jeder Hundehalter seinen neuen Hund innerhalb von zwei Wochen nach Anschaffung bei der jeweiligen Stadt anmelden. Wie beispielsweise die Stadt Stolberg vor kurzem ankündigte, kann die Stadtverwaltung jederzeit eine Hundebestandsaufnahme durchführen, um zu kontrollieren, ob wirklich alle Hundehalter die vorgeschriebene Hundesteuer an die Gemeinde entrichten. Differenzierte Sonderregelungen können Hundehalter in Anspruch nehmen, wenn sie sich um einen Begleit- oder Hütehund kümmern.

(vo)