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Alle unter einem Zeltdach: Was Familien am Camping schätzen

Alle unter einem Zeltdach : Was Familien am Camping schätzen

Viel Zeit draußen, viel Zeit füreinander und viele Spielkameraden in den Nachbarzelten: Das schätzen Familien am Campingurlaub. Für Neulinge muss es aber nicht gleich eine wochenlange Reise sein.

Der Alltag ist durchgetaktet: Job, Schule, Kita, Sportverein und Musikschule, dazwischen noch das bisschen Haushalt. Ein Campingurlaub mit der ganzen Familie klingt da wie der perfekte Gegenentwurf:

Endlich Zeit haben füreinander, den Tag gemeinsam erleben. Und obendrauf gibt es noch eine Portion Freiheit und Abenteuer. Oder ist das nur eine romantische Idealvorstellung?

„Mit dem Zelt oder Camper unterwegs zu sein, gibt uns tatsächlich dieses Gefühl von Freiheit: Man ist viel an der frischen Luft, rückt enger zusammen und kann spontan reagieren, wenn es irgendwo so schön ist, dass man bleiben möchte“, sagt Andreas Arnold. Zusammen mit seiner Frau Jenny Krämer berichter er im Blog „Travelisto“ von den Familienreisen mit den beiden Söhnen, elf und sieben Jahren alt.

Einige ausgedehnte Campingtouren waren dabei: mit dem Zelt nach Korsika, mit dem Dachzelt-Jeep durch Namibia, mit dem Camper die französische und spanische Atlantikküste entlang. „Beim Camping erlebt man eine andere Gemeinschaft als beispielsweise in einem Familienhotel“, sagt Arnold. Das gilt nicht nur für die Erwachsenen: „Die Kinder finden immer schnell Kontakt“, sagt Jenny Krämer.

Neue Kumpels sind meist nur ein, zwei Zelte entfernt

Nicht nur die Tatsache, dass neue Ferienfreunde meist nur ein, zwei Zelte weiter wohnen, mache den Campingurlaub für Familien interessant, sagt Viktoria Groß vom Deutschen Camping-Club: „Viele Plätze bieten Betreuung und Programm für Kinder an, vor allem während der Sommerferien.“

Der Camping- und Ferienpark Teichmann am hessischen Edersee ist so ein familienfreundlicher Platz, der für seine Kinder-Animation gerade prämiert wurde. „Die Kinder wollen herumlaufen, sie wollen aber auch beschäftigt werden“, sagt Platzbetreiber Ernst-Rudolf Müller. Deshalb gibt es einen Mini-Club, Kinderkino, Bogenschießen und Beachvolleyball, Goldwaschen, Geocaching und Singen am Lagerfeuer.

„Manche Eltern sind anfangs ein wenig ängstlich, wenn ihre Kinder nicht ständig in ihrem Blickfeld, sondern mit ihren Freunden auf dem Platz unterwegs sind“, erzählt Müller. Aber das lege sich schnell: „Und dann wissen sie den Freiraum zu schätzen.“.

In den Schulferien nicht spontan losdüsen

In den meisten Campingführern lässt sich gezielt nach Plätzen mit Familienprogramm suchen. Sich dann in den Schulferien spontan auf den Weg zu machen, ist allerdings keine gute Idee: „Man sollte unbedingt vorher reservieren“, sagt Viktoria Groß. Beliebte Plätze an der Küste oder an Badeseen seien in der Hauptsaison oft ausgebucht. Und: Das Zusatzangebot macht sich der Regel auch im Preis bemerkbar.

Vor allem im Juli und August sind auf deutschen Campingplätzen mehr als die Hälfte der Gäste Familien, schätzt Christian Günther vom Bundesverband der Campingwirtschaft: „Viele Eltern wollen ihren Kindern einen Gegenalltag zum Leben in der Stadt bieten.“ Und das ließe sich übers Wochenende ohne viel Aufwand einfach mal ausprobieren. Der nächste Campingplatz sei oft nur wenige Kilometer entfernt - und ein guter Einstieg für Neulinge. Checklisten für das Equipment helfen dabei weiter.

Andreas Arnold und Jenny Krämer sind, als ihre Söhne noch kleiner waren, ganz bewusst zusammen mit einer anderen Familie auf Campingtour gegangen: „Man kann sich die Aufgaben dann besser aufteilen: Einer kauft ein, einer kocht, einer wäscht ab und einer hat ein Auge auf die Kinder.“ Oder man bezieht sie gleich mit ein ins Kochen, Spülen und Aufräumen, rät Viktoria Groß: „Dabei können schon die Kleinsten mithelfen: Das Plastikgeschirr geht ja nicht kaputt.“

© dpa-infocom, dpa:200625-99-564977/2

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