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Essen: Warum Märchen zur Weihnachtszeit Hochkonjunktur haben

Essen : Warum Märchen zur Weihnachtszeit Hochkonjunktur haben

Die Zeiger auf der Uhr ticken unaufhörlich in Richtung Advent. Viele Familien begeben sich mit dem ersten Dezember in einen Spagat, der zwischen der Zeit des Beisammenseins bis hin zur stressigen Geschenkjagd reicht. Plätzchenduft, Weihnachtsmarkt, Märchen, Winterspaziergänge und Bastelnachmittage bieten mehr als eine Gelegenheit, dem Trubel des Alltags zu entfliehen.

Die Faszination Märchen - damals und heute

Weltweit gibt es allein mehr als 345 Aschenputtel Varianten. Die Geschichte vom unglücklichen Mädchen mit der bösen Stiefmutter, das so gerne auf den großen Ball gehen möchte, verliert bis heute kaum an Aktualität und das nicht ohne Grund. Die Märchen behandeln beliebte Themen, ob vom unerschöpflichen Glauben an sich selbst, an den Mut, die Freundschaft und die Liebe. Theater, Kinderoper und Musical verbinden den Zauber der Märchen mit Liedern, Effekten und schauspielerischen Elementen, die der ganzen Familie gefallen.

Die Disneyzeichentrickversion vom Aschenputtel gibt es seit 1950. Hier helfen die Mäuse dem Aschenputtel und der Kürbis verwandelt sich in eine Kutsche. Die Filme haben auch Songs wie "A Dream is a Wish Your Heart Makes" sowie "Bibbidi-Bobbidi-Boo" zu weltweiter Bekanntheit verholfen.

Der deutschlandweite Weihnachtshit bleibt jedoch Fernsehadaption: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Im Dezember strahlen die TV-Sender diesen Klassiker, mehr als 12 Mal aus. Im Film fehlt zwar die gute Fee. Dafür gibt es den magischen Haselnussbaum und die hilfreichen Tauben, die Aschenputtel bei der Auslese unterstützen. Wer kennt ihn nicht, den im Volksmund viel zitierten Satz: "Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Tröpfchen."


Märchen-Musical - Unterhaltung für die ganze Familie

Das Grimmsche Märchen Aschenputtel gehört zu einem der am meisten rezipierten Geschichten. Es wurde vor über 200 Jahren von den Gebrüdern niedergeschrieben. Die mündliche Fassung reicht noch viel weiter zurück. Auch 2017 gehen Cinderella, die böse Stiefmutter und der Prinz auf Deutschlandtour.

Geeignet im Kindertheater und im Musical verbinden sich die Vorteile für alle Altersgruppen, da einige Stücke zum Mitmachen, Mitsingen und Mittanzen anregen. Die Musik setzt sich mittlerweile aus zeitgemäßen Songs und Balladen in Kombination mit Effekten, Kostümen und Bühnenbildern zusammen.

„Wunder werden wahr", so lautet der Titelsong des Musicals. Seit 2010 tourt „Cinderella das Popmusical" mittlerweile durch Deutschland und setzt in diesem Jahr auf ein neues Programm. Die ursprüngliche Geschichte der Inszenierung spielt jetzt in der Gegenwart. So geht der Vater auf Geschäftsreise, die gute Fee reist mit dem Navi an und die bösen Stiefschwestern rocken die Bühne. Über 200.000 Zuschauer haben das Popmusical bereits gesehen.

Der Ticket-Vorverkauf für die Tour läuft. Ab November 2017 ist das Musical auf Tour und macht in 42 deutschen Städte halt. Im Dezember, pünktlich zur Vorweihnachtszeit, kommt es auch in die Nähe von Aachen und spielt an einem Wochenende in Essen und am darauffolgenden in Köln. Karten gibt es im Internet und an den Vorverkaufsstellen in unterschiedlichen Preiskategorien. Die genauen Tourdaten gibt es online nochmals in einer Übersicht.


Welchen Grund hat der Erfolg der Märchen?

Kerzenschein, Weihnachtsduft, Geschenke und der leuchtende Weihnachtsbaum gehören in den meisten Familien zu den entscheidenden Traditionen, auf die sich nicht nur die Kinder freuen. Dabei lesen sich Geschichten, wie zum Beispiel Hänsel und Gretel gar nicht so weihnachtlich. Schließlich verstößt ein Vater auf Drängen der Mutter, seine Kinder und lässt sie im Wald zurück. Hier treffen sie wiederum auf eine Hexe, die sich aus dem kleinen Hänsel ein festliches Mahl kochen möchte. In anderen Märchen fällt ein Mädchen mit einer roten Kappe oder kleine Geißlein einem Wolf zum Opfer.

Warum haben die alten Märchen gerade in der Weihnachtszeit Hochkonjunktur? Heinz Rölleke, Germanistikprofessor an der Universität Wuppertal, meint, Weihnachten hätte grundsätzlich gar nichts mit Märchen zu tun. Dennoch seien vielerorts jahrhundertealte Traditionen, Lebkuchen- und Hexenhäuser und die Vorlesetradition einer der Phänomene, die Märchen in den Fokus rücken. Den Familien bietet sich so die Möglichkeit, zusammenzukommen, in den Erinnerungen an die eigene Kindheit zu schwelgen und ein Stück davon auch an den eigenen Nachwuchs weiterzugeben. Schlussendlich haben alle Märchen eines gemeinsam: das glückliche Ende.

(vo)