Stuttgart: Ungeliebte Körperteile: Bewusste Zuwendung steigert Selbstvertrauen

Stuttgart: Ungeliebte Körperteile: Bewusste Zuwendung steigert Selbstvertrauen

An ihrem Körper haben viele Menschen eine Menge auszusetzen. Da werden Nasen wegen ihrer Form gehasst, Bäuche zu „Schwabbelschwarten” degradiert und Füße als platt und unförmig beschimpft.

„Um Freundschaft mit dem eigenen Körper zu schließen, ist es hilfreich, die Perspektive zu wechseln und jedem Körperteil für eine gewisse Zeit einen VIP-Status zu gönnen”, sagt Marion Sonnenmoser, Diplom-Psychologin aus Stuttgart. Während dieser Phase kümmert man sich etwa um den Bauch, den Po oder den linken Fuß besonders aufmerksam und liebevoll - eben so, wie man auch eine Very Important Person, eine besonders wichtige Persönlichkeit, behandeln würde. Es gehe darum, diesen Körperteil kennen und seine Leistungen schätzen zu lernen. „Dafür beobachtet man ihn erst einmal ganz genau - ohne sein Aussehen dabei zu bewerten”, erklärt die Autorin des Ratgebers „Echt schön! Wie Sie mit Ihrem Körper Freundschaft schließen”. So könne man beispielsweise den Fuß vermessen und ausprobieren, zu welchen Bewegungen er fähig ist. „Man kann auch mal testen, wie man mit dem Fuß verschiedene Temperaturen, Oberflächen oder Gangarten wie Schlurfen oder Rennen wahrnimmt”, schlägt Sonnenmoser vor.

Behandle ich diesen Körperteil gut genug?

Auch die Geschichte des VIP-Körperteils sollte man sich bei dieser Gelegenheit vergegenwärtigen. Hat dieser Fuß einen vielleicht schon auf langen Wanderungen getragen oder einen komplizierten Bruch gut überstanden? „Prüfen Sie auch, ob Sie Schmerzen in diesem Teil Ihres Körpers haben und überlegen Sie, was ihm besonders gut tut und ob Sie sich im Alltag genug um sein Wohlergehen kümmern”, sagt Sonnenmoser. Vielleicht sollte man doch öfter bequeme Schuhe tragen oder zur Fußpflege gehen?

„Wenn man sich so intensiv mit einem Teil seines Körpers beschäftigt hat, bekommt man wieder ein Gefühl für dessen Wert”, sagt Marion Sonnenmoser. Und nach einer VIP-Zeit habe man dann auch erkannt, dass dieser Fuß es nicht verdient hat, gehasst zu werden.

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