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Berg: Stammtischparolen in der Öffentlichkeit widersprechen

Berg : Stammtischparolen in der Öffentlichkeit widersprechen

Krude oder auch rassistische Behauptungen wie „alle Ausländer sind kriminell” muss man sich bisweilen in der Öffentlichkeit anhören. Vielleicht begegnen sie einem auch auf der Firmenfeier oder bei einem Familienfest.

In solchen Situationen ist es unbefriedigend, gar nichts zu sagen. „Wenn man stark und direkt dagegen an argumentiert, kommt aber meist nicht viel heraus”, sagt Thomas Wilhelm, Kommunikationsberater in Berg am Starnberger See. Die meisten Menschen, die solche Meinungen äußerten, wären nicht darauf aus, sachlich zu diskutieren. Vielmehr wollten sie andere Menschen provozieren oder ihre Meinung von Gleichgesinnten bestätigt sehen.

„Man kann beim Sprecher oder bei anderen Anwesenden aber immerhin Zweifel säen”, sagt Wilhelm. Dies gelänge am besten, wenn man nach Belegen für die Meinung frage. Hierbei sollte man sich nicht mit einfachen Antworten wie „das liest man doch in der Zeitung” abspeisen lassen. Stattdessen gelte es, immer wieder nachzuhaken: Was genau hast du denn dort gefunden? Welche Daten und Belege werden da aufgeführt? Sein Gegenüber sollte man auch darauf aufmerksam machen, wenn er das Thema wechselt oder verschiedene Themen zu mischen versucht. Beim Thema Ausländer beispielsweise gehe es nämlich eben nicht automatisch um Terroristen.

Für solch ein Gespräch braucht man in der Regel Zeit und starke Nerven. Nicht immer will man die aber investieren. „Wenn mir nur wichtig ist, dass die Meinung des anderen nicht so stehen bleibt, reicht ein kurzes Statement aus”, sagt der Managing Partner von „Projekt Philosophie”. Darin könne man knapp erklären, wie man selbst das Thema sieht. Außerdem sollte man hinzufügen, dass man nur seine Meinung sagen, aber nicht lange darüber reden wolle. Dies lasse sich oft mit der Situation begründen, schließlich sei ein Familienfest oder eine Firmenfeier kein guter Ort für eine solche Diskussion.