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Bochum: Schwangere können Herzschlag des Babys durch Atemrhythmus steuern

Bochum : Schwangere können Herzschlag des Babys durch Atemrhythmus steuern

Die Herzen von Schwangeren und ihren ungeborenen Kindern schlagen zeitweise synchron -­ beeinflusst durch den Atemrhythmus der Mutter. Das hat ein Forscherteam um Peter van Leeuwen bei Tests mit sechs Schwangeren herausgefunden, teilt die Universität Witten/Herdecke mit. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, Komplikationen in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen und um Mutter und Kind in der Schwangerschaft besser zu überwachen.

Für die aktuelle Studie wurden sechs in der 34. bis 40. Woche Schwangere mit einem Magnetokardiografen untersucht. Dieser zeichnet die magnetischen Felder auf, die bei der Aktivierung der Herzmuskeln entstehen. Die Probandinnen folgten für jeweils fünf Minuten einem vorgegebenen Atemrhythmus von 10, 12, 15 und 20 Atemzügen pro Minute.

Für die Auswertung entwickelten die Wissenschaftler ein mathematisches Verfahren, mit dem sie das synchrone Verhalten in den Messdaten identifizieren konnten. Die Synchronisation des Herzschlags von Mutter und Ungeborenem treten deutlich häufiger auf, wenn die Mutter einem schnellen Atemrhythmus folgt, fanden die Forscher heraus. Bei langsamer Atmung hingegen scheint das Zusammenspiel eher verhindert zu werden. Das synchrone Verhalten besteht nicht in einem gleichen Herzrhythmus, sondern einem festen Verhältnis der Herzfrequenz des Kindes zur Herzfrequenz der Mutter von beispielsweise drei zu zwei oder vier zu drei.

„Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass der Fötus in der Lage ist, den Herzschlag seiner Mutter wahrzunehmen und seinen Herzschlag daran anzupassen. Zum ersten Mal ist es gelungen, in einem so frühen Stadium das enge körperliche, möglicherweise sogar emotionale Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind bereits im Mutterleib zu dokumentieren”, erklärt Mitautor Dietrich Grönemeyer, Lehrstuhlinhaber an der Universität Witten/Herdecke.