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Berlin: Persönlichkeit entscheidet über Rückkehr aus Elternzeit

Berlin : Persönlichkeit entscheidet über Rückkehr aus Elternzeit

Frauen in Deutschland kehren im Schnitt nach rund 20 Monaten aus der Elternzeit in ihren Job zurück. Der Zeitpunkt ist auch abhängig von der Persönlichkeit. Frauen, die überzeugt davon sind, ihr Leben im Griff zu haben und viele Dinge mit ihrem Verhalten beeinflussen zu können, fangen schneller wieder an zu arbeiten.

Das geht aus einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hervor. Dafür wurden die Daten von rund 1000 Frauen untersucht, die ihr erstes Kind zwischen 1992 und 2012 bekommen hatten. Die Daten stammen aus dem Sozio-Oekonomischen Panel.

Im Gegensatz zu den Frauen, die ihr Leben als selbstbestimmt ansehen, ließen sich diejenigen mehr Zeit, die Ereignisse in ihrem Leben eher externen Faktoren zuschreiben - etwa Zufall oder Schicksal. Untersucht wurde auch, ob sich Frauen mit unterschiedlicher Überzeugung verschiedene Beschäftigungsverhältnisse aussuchen, etwa selbstständig oder angestellt. Für die gefundenen Ergebnisse spielte dieser Unterschied jedoch keine Rolle.

Die Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass Frauen unterschiedlich auf mögliche Verdiensteinbußen aufgrund ihrer Elternzeit reagieren. Frauen mit einer hohen empfundenen Kontrolle sind stärker für mögliche finanzielle Verluste sensibilisiert - und fangen auch deshalb wieder früher an zu arbeiten. Fühlen sich Frauen dagegen weniger als Bestimmer über ihr Leben, kalkulieren sie Gehaltseinbußen weniger ein, wenn sie über den Zeitpunkt ihrer Rückkehr nachdenken.

Auch die Herkunft macht einen Unterschied: Frauen aus Ostdeutschland kehren insgesamt schneller aus der Elternzeit zurück als im Westen. Die Forscher erklären das mit einer besseren Kinderbetreuung und sozialen Gewohnheiten. Keinen Einfluss auf den Rückkehrzeitpunkt hatte es dagegen, ob die Frau alleinerziehend war oder mit ihrem Partner zusammenlebte.

(dpa)