Berlin: Neue Studie: Eltern geben weniger Taschengeld

Berlin: Neue Studie: Eltern geben weniger Taschengeld

Die Wirtschaftskrise macht sich auch in den Geldbörsen der Kinder bemerkbar. Das Gesamtvermögen der 6- bis 13-Jährigen sank in diesem Jahr im Vergleich zu 2008 um rund 400 Millionen Euro oder fünf Prozent auf 6,04 Milliarden Euro.

Laut der Kids-Verbraucheranalyse 2009 des Egmont Ehapa Verlags sparen die Eltern unter anderem beim Taschengeld. Davon abgesehen genießen Kinder der Studie zufolge jedoch größere persönliche Freiheiten und sind verstärkt im Internet unterwegs. Vor allem die Mädchen holen bei den Online-Aktivitäten auf, vernachlässigen dafür jedoch Hobbys wie Zeichnen und Ballett.

Für das Gesamtvermögen wurden Taschengeld, kleine Verdienste, Geldgeschenke und das Sparguthaben berücksichtigt. Der am Dienstag in Berlin vorgestellten Erhebung zufolge zahlen Eltern ihrem Kind in diesem Jahr durchschnittlich 262 Euro Taschengeld, 17 Euro weniger als noch 2008.

Seit 2000 war das Taschengeld fast kontinuierlich gestiegen, wie Projektleiter Ralf Bauer sagte. Angesichts der aktuellen Zahlen sei zudem damit zu rechnen, dass sich die Taschengeld-Kluft zwischen Haushalten mit niedrigem und höherem Einkommen vergrößere. Grundsätzlich werde bei den Kindern aber zuletzt gespart. So geben Eltern wieder mehr Geld für Markenprodukte aus und huldigen weniger der „Geiz ist geil”-Mentalität, wie Bauer sagte.

Auf eine gute Grundversorgung können die meisten Kinder auch im Bereich neue Medien zurückgreifen. Zwei von drei Jungen und Mädchen haben daheim Zugriff auf einen Computer, bei den 10- bis 13-Jährigen sind es der Studie zufolge 87 Prozent. 84 Prozent der Kinder dieser Altersklasse sind online, ein Zuwachs von neun Prozentpunkten.

Zwar wird das Internet von der überwiegenden Mehrheit für schulische Zwecke genutzt. Aber auch in der Freizeit spielt der Computer für den Nachwuchs eine zunehmend große Rolle. Unter den Mädchen schob sich die PC-Nutzung auf Rang acht der häufigsten Freizeitaktivitäten vor. Innerhalb eines Jahres wurde hier ein Zuwachs von sieben Punkten auf 31 Prozent verzeichnet.

Massiv büßten hingegen Malen und Zeichnen (minus zwölf Punkte) sowie Tanzen, Turnen und Ballett (minus sechs Punkte) ein. Bei den Jungen erhöhten sich die Freizeitaktivitäten am Computer um vier Punkte auf 37 Prozent.

Eltern vor allem kleiner Kinder stehen dem Internet zunehmend skeptisch gegenüber. So fürchten 60 Prozent (plus elf Punkte) der Befragten, ihr Kind zwischen sechs und neun Jahre könnte vereinsamen. Neun von zehn Eltern sorgen sich wegen gefährlicher Inhalte im Internet.

Trotz dieser verstärkten Sensibilisierung räumen die Erwachsenen Kindern grundsätzlich mehr Freiräume ein. Laut der Analyse dürfen 58 Prozent der Jungen und Mädchen ihr Taschengeld nach ihren eigenen Wünschen ausgeben. 2004 hatte der Wert noch bei 48 Prozent gelegen.

Für die 16. Studie zum Medien- und Konsumverhalten wurden über 1627 Kinder und jeweils ein Elternteil befragt. Die Analyse ist dem Verlag zufolge damit repräsentativ für die bundesweit 5,7 Millionen Kinder zwischen 6 und 13 Jahren.