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Veitshöchheim: Mit der richtigen Fruchtfolge gesundes Gemüse ernten

Veitshöchheim : Mit der richtigen Fruchtfolge gesundes Gemüse ernten

Wer Tomaten und Kartoffeln oder Möhren und Petersilie direkt nacheinander im Gemüsebeet anbaut, wird wenig Freude bei der Ernte haben. Denn Krankheitserreger und Schädlinge vermehren sich im Gartenboden, wenn die gleichen Gemüse oder verwandte Arten zu häufig auf derselben Fläche angebaut werden.

Dann gefährden zum Beispiel Fadenwürmer Möhren und Sellerie, Pilzkrankheiten Kohl und Salat. „Wer Enttäuschungen vermeiden will, muss deshalb die Fruchtfolge richtig planen. Es kommt dabei auf ein gesundes Nacheinander der verschiedenen Gemüsearten an”, sagt Gottfried Röll von der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim. Dadurch werde nicht nur das Krankheits- und Schädlingsrisiko vermindert, gleichzeitig könnten die Pflanzen auch die Nährstoffe im Boden besser nutzen.

Als Faustregel empfiehlt der Gartenbautechniker: In keinem Beet darf zwei Jahre hintereinander an derselben Stelle die gleiche Gemüseart angebaut werden. Jahr für Jahr sollten sich Pflanzen verschiedener Familien im Beet abwechseln. Wenn Kulturen besonders lange stehen, wie beispielsweise im Herbst geerntete Kohlarten, Sellerie, Petersilie oder Stangenbohnen, sollten sie sogar nur in dreijährigem Abstand auf Pflanzenarten der eigenen Familie folgen.

„Auch die sogenannten Hauptkulturen wie Tomaten, Gurken oder Möhren benötigen eine lange Zeit für ihr Wachstum”, sagt Röll. Auf sandigen Böden mit niedrigem pH-Wert sind Kohlgewächse besonders stark durch die Pilzkrankheit Kohlhernie gefährdet. Hier sollten sogar fünf Jahre keine Kreuzblütler aufeinanderfolgen.

Nach Auskunft von Gottfried Röll ist das alles gar nicht kompliziert: „Diese Forderungen sind bereits annähernd erfüllt, wenn darauf geachtet wird, dass keine der besonders gefährdeten Pflanzenfamilien (Dolden-, Korb-, Kreuz-, Schmetterlingsblütler) regelmäßig mehr als ein Drittel bis ein Viertel der Gartenfläche einnimmt.” Auch wenn dies manchmal schwerfalle, wenn für den Speiseplan besondere Vorlieben zu berücksichtigen sind.

Schnellwechselnde Gemüsearten wie Radieschen, Salat oder Spinat können Hobbygärtner als Vorkulturen im Frühjahr oder als Nachkulturen im Sommer einplanen. Wo keine auffälligen Anbauprobleme auftreten, genügt eine einfache Form der Anbauplanung: „Auf einem großen Karton, der am besten im Geräteschuppen hängt, trägt man nur die Hauptkultur für jedes Beet ein. So kann leicht kontrolliert werden, ob die gleichen Kulturen zu dicht aufeinanderfolgen”, sagt Röll.

Die renommierte Gärtnerin Marie-Luise Kreuter empfiehlt in ihrem Ratgeber „Der Biogarten”, die richtige Fruchtfolge mit einer durchdachten Mischkultur zu kombinieren. Auf einem Mischkulturenbeet gedeihen gleichzeitig Pflanzen mit verschiedener Reife- und Erntezeit. Buschige und breitblättrige Gewächse wachsen neben schmalen, die entweder gerade in die Höhe oder senkrecht in die Tiefe drängen.

Sinnvoll sei zum Beispiel ein Gemüsebeet mit Frühkartoffeln, Spinat, Radieschen, Kapuzinerkresse, Grünkohl und Lauch: In der Mitte des Beetes werden mit reichlich Abstand zwei Reihen Frühkartoffeln gepflanzt. Dazwischen eine Reihe Spinat sowie rechts und links je eine Reihe Radieschen. An den Außenrändern sät der Gärtner die nicht rankende Kapuzinerkresse aus, die runde Büsche und eine hübsche blühende Einfassung bildet.

Bis die Kartoffeln sich ausbreiten, sind Spinat und Radieschen geerntet. „Die Kapuzinerkresse ist nicht nur eine schützende Begleitpflanze für die Kartoffeln; ihre Blätter und Blüten liefern auch einen gesunden, würzigen Salat”, sagt Kreuter.

Nach der Kartoffelernte können in abwechselnden Reihen Grünkohl und Winterlauch als Spätfrüchte ausgepflanzt werden. Die Erdäpfel hinterlassen einen lockeren, garen Boden, der nur noch einmal mit Kompost und etwas organischem Dünger angereichert werden muss.