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Läuse: Wie funktioniert die Ansteckung?

Plage : Läuse: Wie funktioniert die Ansteckung?

Wer Kinder hat, kennt sie mit Sicherheit: Läuse. Die Übertragung ist vor allem in Kitas und Schulen nicht selten. Kinder bringen sie dann nach dem Toben mit anderen Spielkameraden nach Hause. Doch wo kommen die kleinen Plagegeister eigentlich her?

Gerüchte: Wie werden Läuse übertragen?

Gerüchte über Kopfläuse gibt es viele. Das wohl bekannteste Beispiel: Läuse seien ein Zeichen mangelnder Hygiene. Oder die Ansteckung erfolgt meistens über Stofftiere, Mützen oder Kopfkissen. Auch der Meinung, Läuse seien Krankheitsüberträger, begegnet man nicht selten.

Ein bisschen Wahrheit steckt in den meisten Gerüchten. Doch wie Läuse wirklich übertragen werden, wissen nur wenige Menschen. So einfach, wie viele glauben, ist die Übertragung nicht. Der Grund liegt in der Lebensweise der Parasiten.

Läuse: Warum die Übertragung seltener ist, als gedacht

Läuse sind sehr eng an ihren Wirt gebunden. Die Ansteckung ist deshalb gar nicht so unkompliziert. Zum einen sind Kopfläuse Meister im Festhalten. Sie können sich so fest an das Haar ihres Wirtes klammern, dass sie nicht einfach abgestreift werden können. Damit gelangen nur wenige Parasiten überhaupt in die Umgebung des befallenen Menschen, also beispielsweise auf das Kopfkissen.

In dieser Umgebung, also nicht auf der menschlichen Kopfhaut, sind Läuse in der Regel auch nur ein bis zwei Tage überlebensfähig. Sie brauchen nämlich das spezielle Milieu auf dem Kopf und die Körperwärme ihres Wirtes, um zu überleben. Außerdem verhungern Läuse recht schnell. Auf dem Wirt nehmen sie etwa alle vier bis sechs Stunden eine kleine Blutmahlzeit zu sich. Bleibt die aus, kann der Parasit nur 24 bis 48 Stunden hungern.

Damit Läuse erfolgreich sind, ist das Zeitfenster für eine Übertragung also entsprechend klein. Deshalb führt ein Befall nicht automatisch zu einer Absteckung von Kontaktpersonen.

Läuse: Übertragung durch direkten Kontakt

Durch diese speziellen Bedingungen funktioniert bei Läusen die Übertragung hauptsächlich durch direkten Kontakt. Dabei ist es für die kleinen Parasiten egal, ob ihr neuer Wirt blond oder dunkelhaarig ist, krauses, welliges oder glattes Haar hat. Auch Haarbehandlungen wie Färben, Tönen oder Dauerwelle haben keinen Einfluss auf die Ansteckung.

Wichtig ist nur, dass die Laus am besten von einem Haar zum anderen klettern kann. Das funktioniert bei den eher langsamen Parasiten bei Kindern am besten. Sie stecken öfter – und länger – die Köpfe zusammen, kuscheln mit Eltern, schlafen zu Hause im Familienbett mit engem Körperkontakt oder spielen mit Kindern und Erziehern. Unter diesen Bedingungen ist bei Läusen die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung am höchsten.

Ein reiner Körperkontakt – etwa Händeschütteln oder eine kurze Berührung im Vorbeigehen – reicht dagegen nicht aus. Dafür sind Läuse zu langsam in ihrer Fortbewegung.

Läuse: Ansteckung über Gegenstände

Entdecken Eltern bei ihrem Kind Läuse, waschen sie auch Bettzeug, Kuscheltiere und Kleidung akribisch, um eine Übertragung zu verhindern und den Befall zu bekämpfen. Vor allem in Mützen oder Kapuzen, die direkte Berührung mit dem Kopf haben, können auch Läuse sitzen. Eine Ansteckung ist aber nur dann wahrscheinlich, wenn die Betroffenen solche Kleidungsstücke mit anderen Menschen teilen – etwa wenn ein Kind in der Kita die Mütze eines anderen Kindes aufsetzt, die dieses morgens noch getragen hat.

Bleiben potenziell verlauste Kleidungsstücke dagegen einfach mehrere Tage liegen, bevor sie erneut genutzt werden, sind die Parasiten bereits verhungert. Wer also die Wäsche nicht schafft oder dem Ergebnis derselben nicht traut, kann die Kleidung einfach einige Tage in einem verschlossenen Sack einlagern. Im Gegensatz zu mobilen Parasiten wie Flöhen wandern Läuse nämlich auch nicht ab, wenn der Wirt vor Ort fehlt.

Das gilt auch für Betten samt Kissen, für Kopfstützen und natürlich für die geliebten Kuscheltiere der Kinder. Letztere müssen also nicht unbedingt durch die Wäsche oder in die Tiefkühltruhe. Wenn Sie einige Tage aus dem Regal beim Schlafen zuschauen, reich das schon, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.

Wo kann ich mich noch anstecken?

Eine Übertragung ist überall dort möglich, wo Läuse schnell direkten Kontakt zu neuen Wirten bekommen. Die Ansteckung im Schwimmbad, Fitnessstudio oder Wellnessbereich ist also eher unwahrscheinlich. Dafür müssten mehrere Kunden dasselbe Handtuch oder Kissen in kurzem Abstand nacheinander benutzen.

Auch an öffentlichen Garderoben oder Schul- und Kita-Kleiderständern ist eine Übertragung nur möglich, wenn die Kleidungsstücke sehr eng zusammenhängen. Und auch dann ist sie eher selten. Der beste Schutz gegen Läuse ist es also, den direkten Kontakt zu Trägern zu vermeiden.