Kredite für Eltern? Wenn das Geld mit Kind einmal knapp wird

Kredite für Eltern : Wenn das Geld mit Kind einmal knapp wird

Hat ein Paar vom in Kürze anstehenden Babyglück erfahren oder ist bereits seit geraumer Zeit Mutter und Vater, kommt es immer häufiger vor, dass die finanziellen Ressourcen in Form von Ersparnissen schnell aufgebraucht sind.

Immerhin muss aller Hand gekauft werden, darunter beispielsweise ein Kinderwagen sowie ein Babybett. Auch das Kinderzimmer will schick und stilvoll eingerichtet werden. Die Lösung kann ein Kredit für Eltern sein. Was dabei zu beachten ist, lesen Sie hier.

Wie die Aufnahme eines Kredits für Eltern im Detail abläuft

Durchschnittlich 584 Euro kostet ein Kind laut Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes die Eltern und zwar jeden Monat von der Geburt an. Bis zum 18. Lebensjahr fließen damit hoch gerechnet circa 130.000 Euro unter anderem in die Anschaffung von Kleidung, Kinderwagen, Babynahrung, die Einrichtung des Kinderzimmers und später in Schulmaterialien sowie die Ausbildung - eine horrende Summe, die gerade bei ungeplantem Nachwuchs die Haushaltskasse arg beuteln kann. Ein Ausweg aus dem finanziellen Dilemma kann ein Kredit für Eltern sein, doch was ist dabei zu beachten?

Grundsätzlich gelten für ein solches Darlehen zunächst einmal dieselben Grundsätze wie für jedes andere auch. Wer allgemein Orientierung bei der Aufnahme eines Kredits benötigt, findet ausführliche Informationen dazu hier. Der Kreditrechner gibt Aufschluss darüber, wie hoch für eine bestimmte Kreditsumme in Abhängigkeit von der gewünschten Laufzeit die Gesamtrückzahlung ausfällt. Gleichzeitig wird der effektive Jahreszins im Vergleich zum Sollzins angezeigt.

Um einen Kredit zu erhalten, müssen Eltern heutzutage nicht einmal mehr einen schriftlichen Antrag ausfüllen, sondern können das Ganze papierlos bzw. digital machen. Nachdem der Antrag übermittelt wurde, müssen sich Kreditnehmer mithilfe des Videoident-Verfahrens identifizieren und schließlich noch den Vertrag unterzeichnen. Im Anschluss erfolgt nach Sichtung und Prüfung der übermittelten Unterlagen die Auszahlung.

Werdende Eltern haben bei Kreditaufnahme noch gute Karten

Wie bereits erwähnt unterscheidet sich ein Kredit für Eltern zumindest in der Phase, in der das Kind noch nicht auf der Welt ist und die Schwangerschaft gerade erst begonnen hat, nicht von einem normalen Darlehen. Es ist werdenden Eltern anzuraten, sich bei Absehbarkeit eines finanziellen Engpasses möglichst früh an die Bank bzw. einen Kreditgeber zu wenden, um ein erstes Kreditangebot zu erhalten. Rein rechtlich existiert keine Verpflichtung, auf eine bestehende Schwangerschaft hinzuweisen und das spielt Kreditnehmern in die Karten.

Erlangt nämlich die Bank von der Schwangerschaft Kenntnis, fallen meist höhere Zinsen an oder es werden mehr Sicherheiten verlangt, da die Bank künftig von einem niedrigeren Haushaltseinkommen ausgeht. Ist dagegen noch kein Babybauch sichtbar, kann die Bank wie üblich kalkulieren und Sie müssen sich lediglich überlegen, wie viel Kredit Sie sich leisten können.

Am einfachsten stellen Sie hierzu Ihre durchschnittlichen monatlichen Einnahmen den Ausgaben gegenüber. Der Betrag, der übrig bleibt, gemindert um circa 30 Prozent stellt denjenigen dar, den Sie bequem zur Tilgung des Darlehens verwenden können.

Alleinerziehende bekommen oft nur mit Bürgen fremdes Geld

Weiß die Bank, dass Sie Eltern werden oder bereits sind, haben Sie zumindest dann schlechte Karten, den Kredit zu bekommen, wenn Sie nicht über ausreichend hohe, dem Darlehen angemessene Einkünfte verfügen. Manche Kreditinstitute werben zwar speziell mit Kreditangeboten für Eltern, bei denen Sie beispielsweise Sondertilgungen leisten und so das Darlehen schneller als üblich zurückzahlen können. Allerdings sind jedoch aufgrund dessen meist etwas höhere Zinsen zu zahlen.

Mit die schlechtesten Chancen bei der Kreditaufnahme haben übrigens Alleinerziehende und Mütter, die bereits im Mutterschutz sind. Beginnend mit der ersten Fallgruppe müssen alleinerziehende Mütter oder Väter wegen des verminderten Haushaltseinkommens meist einen externen Bürgen - beispielsweise ein Familienmitglied oder Freund - angeben, um die Bank trotz des erhöhten Zahlungsausfallrisikos von der Auszahlung des Darlehens zu überzeugen.

Bei bestehendem Mutterschutz sieht die Lage nur geringfügig besser aus, da der Kreditgeber davon ausgehen muss, dass das gezahlte Eltern- und Kindergeld nicht zur Tilgung des Darlehens aufgewendet werden kann. Allerdings können in einem solchen Fall beide Elternteile zu Kreditnehmern werden, wodurch sich die Sicherheit erhöht. Alternativ dazu kann ein niedrigeres Darlehen mit längeren Laufzeiten und geringeren Raten aufgenommen werden.

(vo)