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München: Kontakt zu Enkeln: Großeltern sehen Kinder der Tochter öfter

München : Kontakt zu Enkeln: Großeltern sehen Kinder der Tochter öfter

Großeltern mütterlicherseits sehen ihre Enkel häufiger als die Eltern des Vaters.

Das ergaben Studien des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) in München. So haben knapp drei Viertel (74,5 Prozent) der Großmütter häufiger als einmal im Monat Kontakt zu den Kindern ihrer Töchter.

Den Nachwuchs der Schwiegertöchter sahen oder hörten dagegen nur 42,7 Prozent der Omas mindestens einmal monatlich. Bei den Großvätern ist das ähnlich: 71,1 Prozent haben öfter als einmal im Monat Kontakt zu den Kindern ihrer Tochter, aber nur 38,5 Prozent zu den Söhnen und Töchtern der Schwiegertochter.

Ein möglicher Grund sei, dass sichere vor unsicheren Verwandten bevorzugt werden. Demnach würden Großeltern eher ihrem blutsverwandten Nachwuchs helfen, da bei den Kindern der Schwiegertochter immer eine gewisse Unsicherheit herrscht.

Schließlich könne nicht garantiert werden, dass der eigene Sohn tatsächlich der Vater ist, so das DJI. Die unbewusste Präferenz für die mütterliche Abstammungslinie gelte unabhängig davon, ob Kinder bei verheirateten, unverheirateten oder in Patchwork-Familien leben.

Eltern können helfen

Wie gut der Kontakt von Scheidungskindern zu ihren Großeltern ist, können die Eltern beeinflussen.

Die Ex-Partner müssten eine Abgrenzung voneinander überwinden, damit die Enkel beide Großelternpaare regelmäßig sehen, erläutert das Deutsche Jugendinstitut in München.

Geschieht dies nicht, könne der Nachwuchs häufig nur von den Großeltern mütterlicherseits, nicht aber von den Eltern des Vaters profitieren.