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Saarbrücken: Kindeswohl muss nicht immer mit Gutachten festgestellt werden

Saarbrücken : Kindeswohl muss nicht immer mit Gutachten festgestellt werden

Um das Kindeswohl zu ermitteln, ist nicht unbedingt ein Gutachten nötig. Das Gericht kann das Kind auch einfach befragen. Das hat das Oberlandesgericht Saarbrücken entschieden (Az.: 6 UF 48/13), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt.

In dem verhandelten Fall hatten die getrennt lebenden Eltern das gemeinsame Sorgerecht für ihr Kind. Es lebte im wöchentlichen Wechsel bei Mutter und Vater. Der Vater wollte, dass das Kind ständig bei ihm lebt und die Mutter besucht. Er beantragte das alleinige Sorgerecht. In der ersten Instanz erhielt er Recht. Dagegen wehrte sich die Mutter.

Ohne Erfolg. Das Gericht hielt es besser für das Kindeswohl, wenn das Kind beim Vater lebt und er das alleinige Sorgerecht hat. Es sei auch nicht zu beanstanden, dass kein Sachverständigengutachten eingeholt worden sei, um das Kindeswohl festzustellen. Das Kindeswohl habe man unter anderem durch Befragung des Kindes selbst feststellen können. Das Kind habe mehrfach gesagt, dass es beim Vater leben wolle und die Mutter besuchen möchte.

(dpa)