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München: Kindersitzpflicht im Auto gilt ohne Ausnahme

München : Kindersitzpflicht im Auto gilt ohne Ausnahme

Vor Schulen oder Kindergärten krabbeln oft mehr Kinder ins Innere eines Pkw, als geeignete Sitze für sie vorhanden sind.

„Immer noch glauben manche Eltern, man könne auf dem kurzen Weg zu Schule oder Kindergarten das eine oder andere Kind von Nachbarn auch ohne Kindersitz mitnehmen”, schildert Thomas Achelis vom KS-Autoclub in München seine Erfahrungen.

Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Nach Paragraf 21 der Straßenverkehrsordnung dürfen Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr, die kleiner als 1,50 Meter sind, in Kfz nur mit Rückhalteeinrichtungen für Kinder mitgenommen werden. Kinder, die jünger als zwölf Jahre, aber größer als 1,50 Meter sind, dürfen demnach ohne Kindersitz transportiert werden, ebenso Kinder, die älter als zwölf, aber kleiner als 1,50 Meter sind.

Fachleute empfehlen jedoch auch dann den Einsatz eines Kindersitzes, um die passgerechte Führung des Sicherheitsgurtes zu gewährleisten. Sind für die kleinen Passagiere nicht genügend Kindersitze vorhanden, müssen sie wieder aussteigen. „Insgesamt dürfen nur so viele Personen - auch Erwachsene - mitfahren, wie es Sitzplätze mit Sicherheitsgurten gibt. In der Praxis bedeutet das fast immer ein Limit von fünf Insassen”, stellt Achelis klar.

Die Nachbarschaftshilfe für den Weg zur Schule sei also in einem normalen Pkw auf drei bis vier Plätze beschränkt. Allerdings gebe es für Familien eine Ausnahme: Ein drittes Kind ab drei Jahren dürfe notfalls mit einem normalen Sicherheitsgurt gesichert werden, wenn wegen zwei anderer Kindersitze kein weiterer mehr eingebaut werden kann. Sollten auf dem Rücksitz zwei Kinder transportiert werden, muss gegebenenfalls ein Erwachsener auf die Mitfahrt verzichten, wenn die Befestigung des zweiten Kindersitzes sonst nicht möglich wäre.