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Mainz: Kindern nicht mit Gewalt Daumenlutschen abgewöhnen

Mainz : Kindern nicht mit Gewalt Daumenlutschen abgewöhnen

Es gibt die unterschiedlichsten Mittel, um Kindern das Daumenlutschen abzugewöhnen: Senf und bittere Flüssigkeiten, die auf den Finger aufgetragen werden, sind die verbreitetsten. Experten halten davon jedoch wenig. „Mit Gewalt erreiche ich da nichts”, sagt Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).

Stattdessen sollten Eltern schauen, warum das Kind am Daumen lutscht. „Ist es müde? Dann sollte es ins Bett. Braucht es den Daumen, weil es Nähe sucht? Dann sollte ich mit ihm kuscheln.”

Mit älteren Kindern sollten Eltern auf jeden Fall reden. So könnten sie zum Beispiel vereinbaren, nur noch zum Einschlafen am Daumen zu lutschen. Grundsätzlich diene Daumenlutschen meist zur Beruhigung. „Es gibt dem Kind ein befriedigendes Gefühl”, erklärt Gerth. „Es hilft ihm herunterzukommen, sich zu entspannen, sich von Reizen abzuschirmen.”

Bis zu welchem Alter Daumenlutschen normal ist, lässt sich nicht auf eine einfach Formel bringen. „Die Frage beantworten Zahnärzte und Psychologen anders”, sagt Gerth. Zahnärzte sagen, dass es nicht gut für Zähne und Gebiss ist. Psychologen sehen in den ersten Lebensjahren dagegen kein Problem. „Nur wenn die Kinder im Kindergarten irgendwann die einzigen Daumenlutscher sind und vielleicht sogar aufgezogen werden, müssen Eltern etwas unternehmen.”

Hilft keines der Rezepte oder lutscht das Kind so heftig am Daumen, dass der Gaumen wund ist, müssen Eltern zur Not Hilfe suchen. Die bieten Erziehungsberatungsstellen.

(dpa)