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Berlin: Kindern gutes Benehmen von Anfang an vorleben

Berlin : Kindern gutes Benehmen von Anfang an vorleben

Sätze wie „Hast Du auch schön Danke gesagt?” oder „Wie lautet das Zauberwort mit zwei t?” hört man allzu häufig von Eltern. Mit solchen Formeln wollen viele ihre Sprösslinge zu gutem Benehmen erziehen.

„Kinder wissen oft noch nicht, was sich gehört und was nicht”, sagt der Stiltrainer Jan Schaumann aus Berlin, selbst Vater von zwei Kindern. Sie müssten erst noch die Regeln des Zusammenlebens lernen.

Deswegen sei es wichtig, dass Eltern ihren Sprösslingen das Verhalten nicht vorschreiben, sondern von Geburt an vorleben. „Wenn man sagt, Du musst Danke und Bitte sagen, ist es von außen erzwungen und kommt nicht von dem Kind selbst”, betont Schaumann.

Eltern sollten demnach darauf achten, dass sie im Umgang mit anderen das Bitten und Danken nicht vergessen. Denn Kinder suchen sich Vorbilder und schauen sich ihr Verhalten von ihrer Umgebung ab. „Wo Danke und Bitte zum häuslichen Umgangston gehören und Eltern auch sonst gutes Benehmen vorleben, werden Kinder dies von klein auf übernehmen”, unterstreicht der Experte.

Wenn der eigene Sprössling tatsächlich einmal im Umgang mit anderen das Danken und Bitten vergisst, empfiehlt Schaumann, das Kind nicht vor anderen bloßzustellen. „Den Sohn oder die Tochter direkt darauf hinzuweisen, ist zwar gesellschaftlich korrekt, aber für das Kind nicht angenehm”, erläutert er. Denn wie würde man sich selbst fühlen, wenn man vor anderen zurechtgewiesen werde?

„Deswegen ist besser, mit dem Sohn oder der Tochter hinterher darüber zu sprechen und zu erklären, dass Floskeln wie Bitte oder Danke zur Wertschätzung einer anderen Person dazugehören”, rät der Experte. Man solle erläutern, dass sich beispielsweise die Tante mit dem Geschenk sehr viel Mühe gegeben habe, die man durch das Bedanken anerkenne. Ebenso könne man dem Kind raten, sich in die andere Person hineinzuversetzen und möglicherweise nachträglich noch eine Dankeskarte zu verfassen.