Birmingham: Kinder, die mit dem Handy telefonieren, werden öfter Unfallopfer

Birmingham: Kinder, die mit dem Handy telefonieren, werden öfter Unfallopfer

Handy-Telefonate lenken Kinder vom Geschehen auf der Straße ab. Für sie steigt die Gefahr, von einem Auto angefahren zu werden.

Das haben jetzt Psychologen der US-amerikanischen University of Alabama in Birmingham herausgefunden. Diese Nachricht dürfte viele Eltern beunruhigen, die ihrem Nachwuchs die Mobiltelefone mitgeben, da sie sich von der ständigen Erreichbarkeit mehr Sicherheit erhoffen.

Um zu testen, wie sehr sich Heranwachsende durch Mobiltelefone ablenken lassen, haben die Wissenschaftler eine Software-Simulation durchgeführt. In der virtuellen Umgebung ist ein Fußgängerüberweg aus Birmingham abgebildet worden, bei dem sich Fahrzeuge verschiedener Größen über die Straße bewegen.

Kinder sollten in dem simulierten Szenario telefonierend die Straße überqueren. Dabei hat sich gezeigt, dass sogar solche Sprösslinge, die im Telefonieren mit einem Handy geübt sind, häufiger ein risikoreiches Verhalten an den Tag legten als nicht durch ein Handy-Gespräch abgelenkte Kinder.

Während sie ein Telefonat geführt haben, brauchten die Heranwachsenden durchschnittlich 20 Prozent länger, um mit dem Überqueren der Straße zu beginnen. Auf dem Fußgängerüberweg hat die Wahrscheinlichkeit eines Beinaheunfalls oder eines tatsächlichen Zusammenstoßes mit einem Auto für die telefonierenden jungen Probanden um 43 Prozent höher gelegen.

Zusätzlich hat sich gezeigt, dass die Kinder aufgrund der Ablenkung 20 Prozent weniger nach links und nach rechts geschaut haben, bevor sie die Straße betreten haben.

An dem Versuch teilgenommen haben 77 Kinder im Alter von zehn bis elf Jahren. Sie sollten die virtuelle Straße sechs Mal ohne Mobiltelefon und sechs Mal während eines Handy-Gesprächs überqueren. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichen die Experten in der Fachzeitschrift Pediatrics.

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