1. Leben
  2. Familie

Hund und Hitze: So wird der Sommer ein tierisches Vergnügen

Hund und Hitze : So wird der Sommer ein tierisches Vergnügen

Wenn die Sonne vom Himmel knallt und kein Vierbeiner mehr seine Pfote auf den glühenden Asphalt setzen mag, dann ist es Zeit für eine Abkühlung. Hunde können nicht wie wir Menschen schwitzen und sie suchen sich meist von ganz alleine ein schattiges, kühles Fleckchen.

Hundehalter können selbst einige Maßnahmen ergreifen, um ihrer Fellnase in der schönsten und heißesten Zeit des Jahres Kühlung zu verschaffen.

Hundeeis für Leckermäuler

Wir Menschen wissen es selbst: Im Sommer ist Eis eine wunderbare Möglichkeit, sich von innen abzukühlen. Die köstlichsten Eissorten werden ausprobiert und ohne Reue geschlemmt. Im Rekord-Sommer 2018 brachten es die Deutschen im Schnitt auf fast 9 Liter Eis pro Kopf. Was dem Menschen schmeckt, ist aber nicht unbedingt die beste Wahl für Hunde. Zu viel Fett und Zucker können die Vierbeiner schlecht vertragen. Doch es gibt Alternativen.

Schon mal etwas von "Körner Burner", "Ein Traum in Leberwurst" oder dem "Icy Spicy Fish" gehört? Nein? Das ist tierisch leckeres Hundeeis, welches sich mit den richtigen Rezepten ganz einfach selbst zuhause herstellen lässt. Die Zutaten für die gesunde Abkühlung sind zum Beispiel Jogurt, Frischkäse oder Quark gemischt mit gewolftem oder kleingeschnittenem Fleisch und Obst wie Erdbeeren, Bananen oder Äpfeln. Fleisch am Stil für Fellnasen! Das klingt zwar witzig, doch es unterstützt von Hitze geplagte Hunde zuverlässig bei der Thermoregulation.

Weil Hunde nicht schwitzen, steht ihnen nicht wie uns Menschen die Verdunstungskälte zur Abkühlung des Körpers zur Verfügung. Sie regulieren die Hitze über das Hecheln. Bereits ab einer Temperatur von 43 Grad Celsius, die in der prallen Sonne auch in Deutschland erreicht wird, kann es zu ernsthaften Kreislaufbeschwerden kommen. Hundebesitzer, die ihren Vierbeinern köstliches Hundeeis reichen - und das natürlich vorzugsweise an einem schattigen Platz - unterstützen die Thermoregulation des Tieres nachhaltig. Hundeeis ist also kein Witz, sondern eine sinnvolle Hilfe für den geliebten Hund bei großer Hitze.

Wasser ist für Hunde bei hohen Temperaturen überlebenswichtig. Foto: pixabay.com/matanvizel (CC0 Creative Commons)

Viel Wasser anbieten

Manche Hunde trinken von Natur aus wenig. Das gilt insbesondere für Tiere, die viel drinnen gehalten werden und die sich mit der Zeit eine geringere Wasseraufnahme angewöhnt haben, um sich nicht so häufig lösen zu müssen. Doch wenn Hunde zu wenig trinken, können sie dehydrieren. Hunde können zum über das oben beschriebene Hundeeis viel Flüssigkeit aufnehmen.

Zusätzlich sollte ihm reichlich Wasser angeboten werden. Mit "viel" ist gemeint, dass in der Wohnung, auf der Terrasse oder wo immer sich das Tier sich aufhält, mehreren Näpfe mit Wasser verteilt hingestellt werden. Dann kann der Hund bei Bedarf trinken.

Wasserspiele mit dem Hund

Wasser ist für Hunde immer noch die beliebteste Möglichkeit sich abzukühlen. Menschen gehen an den Badesee schwimmen und viele Hunde lieben das kühle Nass noch mehr als ihre zweibeinigen Besitzer. Wer das Glück hat, einen Hund zu halten, der wirklich gerne ins Wasser springt und schwimmt, sollte ihm bei großer Hitze so oft wie möglich die Gelegenheit dazu anbieten.

Falls kein Badesee, Bach oder ein Hundestrand in erreichbarer Nähe liegt, tut es auch ein Gartenschlauch oder ein Hunde-Pol. Wasserfontänen und Rasensprenger sind ebenfalls schöne und erfrischende Spielzeuge für Mensch und Tier. Wenn ein Hund eher wasserscheu ist, die Hitze ihn aber stark belastet, kann man mit dem Hund eine Art Kneipp-Kur durchführen. Bei geringem Druck werden die Hundebeine langsam von unten nach oben mit Wasser benetzt. Dann kann sich der Hund an das Wasser gewöhnen und wird nicht überrumpelt. Diese Methode hat sich vielfach bewährt. Sobald sich der Hund etwas an das Wasser gewöhnt hat, kann man auch seinen Rücken damit benetzen. Vorsicht bei kopfscheuen Tieren: Sie mögen kein Wasser auf dem Kopf. Hier reicht es, die eigenen Hände zu befeuchtet und dem Hund mit den nassen Händen über das Gesicht und die Ohren zu streichen.

Fellpflege anpassen

Geht der Hund oft ins Wasser und wälzt sich hinterher auf dem Rasen oder im Sand, darf die Fellpflege nicht vergessen werden. Langhaarige Rassen leiden unter verknotetem Fell, kurzhaarige Hunde haben damit keine Probleme. Wichtig ist, den Hund regelmäßig nach Parasiten abzusuchen und diese zu entfernen. Regelmäßiges Bürsten des Fells und ausgiebiges Streicheln helfen dabei, mögliche Verletzungen, die beim Toben im und am Gewässer entstehen können, zu finden und zu versorgen.

Schattige, kühle Plätze anbieten

Eine schattige Terrasse auf der Nordseite kann für einen Hund ein Paradies sein. Hier sind die Steine kühl und er kann sich in voller Länge darauf ausstrecken. Auch ein Plätzchen im hohen Gras im Schatten eines Baumes verspricht ein paar Grad Abkühlung. So lässt sich ein heißer Sommertag viel besser ertragen. Wenn kein Schatten in der Nähe ist, sollten Hundebesitzer für Schatten sorgen. Ein Regenschirm lässt sich zum Sonnenschirm umfunktionieren und schützend über dem Hund aufhängen. Kleine Hunde sind hier klar im Vorteil. Sie finden bereits im Schatten eines Stuhls einen erträglichen Liegeplatz.

Kühlmatten auf dem Boden

Im Handel sind vermehrt Kühlmatten zu finden, die Hunden die heißen Tage erleichtern sollen. Ideal sind Produkte, die ohne Strom, Wasser und Vorkühlung auskommen. Die Kühlung ergibt sich bei den speziellen Kühlmatten durch den Körperkontakt. Hunde, die ohnehin gewöhnt sind, in einem Körbchen oder auf einem bestimmten Liegeplatz zu verweilen, werden sich schnell mit der Kühlmatte anfreunden. Die Wirkung ist angenehme und viele Hunde verlassen den kühlen Liegeplatz kaum noch.

Spaziergänge auf kühle Morgen- oder Abendstunden verlegen

Natürlich müssen Hunde auch an heißen Tagen Gassi gehen. Doch ein Spaziergang über stark erhitzten Asphalt, gepflasterte Straßen und staubige Wege macht weder Hund noch Mensch Vergnügen. Außerdem ist zu bedenken, dass Hunde mit vier nackten Pfoten über den erhitzten Boden laufen müssen und ihr gesamter Körper wesentlich näher an der Hitzequelle ist, als der Körper des Menschen. Menschen unterschätzen, wie unangenehm die Straßenhitze ist. Im Extremfall droht dem Hund ein Hitzschlag. Ein Test kann helfen, die gefährliche Belastung für die Tiere zu verstehen: Selbst einfach mal die Schuhe ausziehen und barfuß in der Mittagshitze über eine Asphaltstraße laufen - wer das einmal gemacht hat, wird mit Vergnügen die täglichen Spaziergänge auf die kühlen Morgen- oder Abendstunden zu verlegen.

(vo)