Berlin: Helle Kleidung, Spikes und Wanderstöcke machen den Winterspaziergang für Senioren sicherer

Berlin: Helle Kleidung, Spikes und Wanderstöcke machen den Winterspaziergang für Senioren sicherer

Viele Stunden ohne Tageslicht und glatte Wege durch Regen oder Schnee - der Winter kann für Fußgänger unangenehm werden. Senioren fühlen sich dann oft besonders unsicher. Sie haben zum Beispiel Angst davor, von einem Autofahrer übersehen zu werden oder hinzufallen.

„Die Verkehrssicherheit hängt stark von der eigenen geistigen und körperlichen Fitness ab”, sagt Bernd Herzog-Schlagk, Geschäftsführer von FUSS e.V., dem Fachverband Fußverkehr Deutschland. Deshalb rät er Senioren, auch im Winter nicht auf die gewohnten Fußwege oder Spaziergänge zu verzichten.

Denn: „Wer eingerostet ist, ist auf den Straßen besonders gefährdet.” Mit heller Kleidung, einem bunten Schal oder Reflektoren können Fußgänger zum Beispiel dafür sorgen, dass sie in der dunklen Jahreszeit von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen werden.

Doch nicht jeder möchte sich so anziehen. „Wenn man gedeckte Sachen trägt, sollte man sich auf jeden Fall bewusst machen, dass man für andere schlecht sichtbar ist”, empfiehlt Herzog-Schlagk. Noch intensiver als sonst sollte man dann den Sichtkontakt mit Autofahrern oder Radfahrern suchen.

Das ist allerdings manchmal gar nicht so leicht: „Viele Autos sind mittlerweile so gut beleuchtet, dass sie Fußgänger stark blenden”, berichtet der Experte. Betroffene könnten dagegen grundsätzlich nichts unternehmen und sollten besser abwarten, bis sie wieder gut sehen können.

Auch auf seine Ohren könne man sich nur bedingt verlassen: Viele Verkehrsgeräusche werden durch Regen oder Schnee gedämpft.

Fersenspikes und Wanderstöcke geben Halt auf glatten Wegen

Um möglichst sicher unterwegs zu sein, sollten Fußgänger Schuhe mit flachen, griffigen Sohlen tragen. „Bereits mit halbhohen Absätzen sollte man vorsichtig sein, denn die Rutschgefahr geht von den Hacken aus”, sagt Herzog-Schlagk.

Dies zeige sich auch bei verschiedenen Hilfsmitteln, die verhindern sollen, dass man bei Eis und Schnee ausgleitet. Schneeketten für den gesamten Schuh oder sogenannte Ganzschuhspikes hätten in Verbrauchertests nämlich eher schlecht abgeschnitten.

Als empfehlenswert wurden Fersenspikes mit Klettverschlüssen bewertet. Sie verbesserten den Halt und seien leicht zu handhaben. Solche Fersenspikes kosteten etwa 30 Euro und seien in vielen Orthopädiegeschäften erhältlich. Wer es gewohnt sei, mit Wanderstöcken zu laufen, könne damit im Winter auch in der Stadt losziehen. Für Anfänger empfehle es sich, den richtigen Umgang in einem Sportkurs zu üben.

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