Stuttgart: Gute Ausbildung für kleine Radfahrer: Was Eltern tun können

Stuttgart: Gute Ausbildung für kleine Radfahrer: Was Eltern tun können

Angeblich verlernt man es nie, das Radfahren. Doch um es erst einmal zu beherrschen, bedarf es einiger Übung und einigen Wissens. Die Stuttgarter Sachverständigenorganisation Dekra hat deshalb Eltern aufgerufen, die Radfahrausbildung ihrer Kinder aktiv zu unterstützen.

Warum sie das Training ernst nehmen sollten, zeigt schon ein Blick in die Unfallstatistik: Im vergangenen Jahr verunglückten 11 473 Kinder unter 15 Jahren mit dem Fahrrad. Sie kommen mit dem Bike noch häufiger zu Schaden als mit dem Auto oder zu Fuß. Bei Kindern über zehn Jahren verunglückt sogar etwa jedes zweite mit dem Rad.

Doch was können Eltern tun? „Regel Nummer eins, Kinder müssen ihr Fahrrad beherrschen, bevor sie am Straßenverkehr teilnehmen”, sagt Willy Deuringer, Radfahrtrainer bei der Polizei Stuttgart. „Solange sie sich voll aufs Bike konzentrieren, können sie nicht auf die Verkehrsregeln achten.” Deshalb sollte erst einmal im Schonraum, im Hof, in der Spielstraße oder Sackgasse geübt werden.

Also, Helm auf und ab aufs Rad: erst schieben, im Kreis und Achter, dann aufsitzen, anfahren und absteigen, auch bergauf und bergab. Ganz wichtig ist es, das Bremsen zu lernen, auf unterschiedlichem Untergrund wie Gras oder Sand, auf trockener und nasser Fahrbahn.

Gar nicht so leicht für Anfänger ist darüber hinaus das Einhändigfahren, besonders, wenn es nicht die Zuckerseite ist - im Kreis, im Achter oder um die Kurve erst recht. Doch auch das Geradeausfahren hat seine Tücken. Zum Beispiel das Spurhalten auf einer Linie. Wichtig ist zudem die Zielbremsung aus schneller Fahrt vor einem festgelegten Haltepunkt. Die schwerste Übung von allen ist aber das Langsamfahren. Selbst Erwachsene können unter sieben km/h kaum das Gleichgewicht halten.

Der nächste Schritt, wenn nach den großen Ferien mit dem Rad zur Schule gefahren werden soll: die örtlichen Radwege und vor allem den sichersten Weg zur Schule erkunden. Ihn fahren Kinder am häufigsten. Dort lauern die größten Gefahren. Dabei sollte der Schulweg möglichst viel über Radwege führen. Zudem muss das Kind wissen, wie es sich an gefährlichen Stellen richtig verhält. Es hilft außerdem, wenn Eltern unterwegs alltägliche Verkehrssituationen ansprechen. Zum Beispiel an einer Stoppstelle, bei Rotlicht oder bei Rechts-vor-Links.

Oft, kritisieren die Dekra-Fachleute, hapert es an der Sicherheit des Fahrrades. Jedes zweite Bike ist nicht verkehrssicher, so die Erfahrungen von Dekra und Polizei. Deshalb sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob alles so ist, wie es sein sollte. Ein unbedingtes Muss beim Radfahren ist der Helm. Er muss fest am Kopf sitzen, darf nicht nach vorn oder hinten rutschen. Sonst schützt er bei einem Sturz nicht. Eltern sollten dabei Vorbild sein und ebenfalls als Radler einen Helm aufsetzen.

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