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Koblenz: Gemeinsames Sorgerecht: Anspruch auf Auskunft über Kind hat Grenzen

Koblenz : Gemeinsames Sorgerecht: Anspruch auf Auskunft über Kind hat Grenzen

Nach einer Trennung hat ein Elternteil keinen unbegrenzten Auskunftsanspruch über sein Kind. Erfahren darf er alles über die persönliche Entwicklung und die Interessen des Kindes. Weitere Informationen müssen sich Mutter oder Vater selbst beschaffen. Das hat das Oberlandesgericht Koblenz entschieden (Az.: 13 WF 146/14), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) mitteilt.

In dem verhandelten Fall hatten die Eltern das gemeinsame Sorgerecht. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht stand allein der Mutter zu. Der Vater lebte auf Malta und forderte von der Mutter umfassende Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes. Er verlangte unter anderem, zweimal im Jahr ausführlich schriftlich über die schulische, gesundheitliche und sonstige persönliche Entwicklung des Kindes sowie dessen Interessen informiert zu werden.

Das Gericht sah diesen Auskunftsanspruch als zu weitgehend an. Informationen, die der Vater sich selbst von Dritten beschaffen könne, umfasse der Anspruch nicht. Kenne der Vater beispielsweise die Schule des Kindes und den Namen des behandelnden Arztes, müsse er sich dort selbst informieren und habe keinen Auskunftsanspruch gegenüber der Mutter. Anders sehe es bei Informationen aus, die er nur von der Mutter erfahren könne.

(dpa)