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München: Für Pflichtteil Vaterschaftstest machen lassen

München : Für Pflichtteil Vaterschaftstest machen lassen

Nichteheliche Kinder sollen beim Erben künftig untereinander gleichgestellt sein. Ein Plan des Bundesjustizministeriums sieht vor, dass Kinder mit einem Geburtsdatum vor dem 1. Juli 1949 den gleichen Anspruch auf ein Pflichtteil haben sollen wie die später Geborenen.

Das Deutsche Forum für Erbrecht in München rät Betroffenen, deren Abstammung vom Vater nicht anerkannt oder nicht gerichtlich festgestellt ist, möglichst bald einen Vaterschaftstest zu erwirken.

Dazu beantragen Kinder die Feststellung der Vaterschaft. Ein Gericht ordnet den Vaterschaftstest an, woraufhin ein DNA-Gutachten erstellt wird, erläutert Forums-Geschäftsführer Paul Grötsch. Die Zeit drängt - denn idealerweise wird die Probe zu Lebzeiten genommen. Auch unmittelbar nach dem Tod ist das noch möglich. „Wird der Vater feuerbestattet, ist der Nachweis nahezu ausgeschlossen”, warnt Grötsch. Die Feuerbestattung könne aber per Gerichtsbescheid verzögert werden, bis eine Gewebeprobe entnommen ist.

Hintergrund ist, dass nichteheliche Kinder mit einem Geburtsdatum vor dem Stichtag bislang kein gesetzliches Erbrecht haben. Das sollen sie den Planungen zufolge bekommen, wenn der Vater nach dem 28. Mai 2009 verstorben ist oder stirbt. Ist der Vater früher verstorben, soll es den Angaben zufolge bei der alten Rechtslage bleiben.