Weimar: Finger eingeklemmt: Kühlung lindert den Schmerz

Weimar: Finger eingeklemmt: Kühlung lindert den Schmerz

Hat sich ein Kind einen Finger eingeklemmt, wird dieser am besten rund fünf Minuten unter fließendes kaltes Wasser gehalten. Außerdem sollten Eltern einen kalten Umschlag anfertigen. „Dies lindert die Schmerzen und verhindert zugleich, dass der Finger zu sehr anschwillt”, erklärt Monika Niehaus, in Weimar tätige Kinderärztin und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Thüringen.

„Finger sind besonders empfindlich, da sie wichtige Tastfunktionen haben.”

Nehmen die Schmerzen zu, schwillt der Finger stark an oder verfärbt sich der Fingernagel, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Kinder- und Jugendarzt gehen. Das gilt außerdem, wenn sich das Kind eine tiefe Wunde zugezogen hat oder der Finger unnatürlich absteht. Auch wenn sich innerhalb von Tagen Fieber entwickelt, wird am besten ein Arzt zurate gezogen, da dies auf eine Infektion hinweisen kann. Bei Kindern unter einem Jahr sollten Eltern einen eingeklemmten Finger immer sicherheitshalber vom Arzt begutachten lassen, um bleibende Schäden zum Beispiel am Nagelbett zu vermeiden.

Bei Quetschverletzungen der Fingerenden kann der Nagel heftig zu pochen beginnen. Denn unter den Nagel fließendes Blut kann nicht ausweichen. Sobald der Kinderarzt dann ein Loch in den Nagel einfügt, lässt der Druck nach. „Eltern sollten aber auf keinen Fall selbst versuchen, den Nagel des Kindes aufzubohren, denn diese sogenannte Nagelbett-Trepanation muss unter sterilen Bedingungen stattfinden”, warnt Niehaus. Anschließend werde der Finger bandagiert, damit keine Keime eindringen können.