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München: Facebook als Beziehungsritual - Gemeinsam gegen die Eifersucht

München : Facebook als Beziehungsritual - Gemeinsam gegen die Eifersucht

Im echten Leben ein Paar und auf Facebook befreundet - für einige bedeutet das vor allem eins: Futter für die Eifersucht. Denn wer ständig das Profil seines Partners anklickt und die neuesten Aktivitäten kontrolliert, beflügelt damit die eigenen Fantasien - in negativer Hinsicht. „Man sollte überlegen, was es bei einem auslöst”, sagte der Diplom-Psychologe Wolfgang Maier-Diewald dem dpa-Themendienst. Er arbeitet bei der Eltern- und Jugendberatung im Landkreis München.

„In der Beziehung sollte das Zusammensein und die Kommunikation im Real-Life Vorrang haben”, ergänzte er. Den Partner auf Facebook einfach zu ignorieren, ist allerdings schwierig für Menschen, die zu Eifersucht neigen und diese durch möglichst viel Kontrolle einzudämmen versuchen.

Bemerkt der Partner das Kontrollverhalten und versucht, den anderen durch Blockieren oder über die Listennutzung von Neuigkeiten fernhalten, verschlimmert er die Situation dadurch nur.

„Das schürt eher die Eifersucht”, erklärte Maier-Diewald. Denn findet der Partner heraus, dass er von etwas ausgeschlossen wurde, denkt er umso mehr, dass es etwas zu verbergen gebe. Das sei wie Öl ins Feuer zu gießen.

Der Psychologe empfiehlt stattdessen, dem Misstrauen durch Regeln entgegenzuwirken. Wer zu Eifersucht neigt, kann sich zum Beispiel nur einige Male pro Woche erlauben, auf den sozialen Netzwerken die Seite des Partners anzugucken.

Und am besten nur an Tagen, an denen sich das Paar anschließend noch trifft. So können sie direkt miteinander reden, falls den Partner etwas Bestimmtes eifersüchtig gemacht hat.

Oder das Paar macht gleich ein eigenes Ritual aus der Facebooknutzung. „Wir gucken immer mal gemeinsam in Facebook rein”, können sie sich vornehmen. Dann seien die Partner direkt in Kontakt, erläuterte Maier-Diewald.

Denn sitzt der Freund oder die Freundin daneben, sei es leichter, ängstliche Gefühle zu drosseln. „Wenn ich allein vor dem Rechner sitze und etwas lese, das ist eine Situation, in der schnell die Fantasien wuchern können.”

(dpa)