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Saarbrücken: Der Kampf um den Spinat: Kinder mit Wissen zum Essen bewegen

Saarbrücken : Der Kampf um den Spinat: Kinder mit Wissen zum Essen bewegen

Am Familienesstisch spielt sich so manches Drama ab. Während völlig aufgelöste Kinder sich mit viel Tamtam dagegen wehren, „ekeliges” Gemüse zu sich zu nehmen, versuchen die stark angenervten Eltern ihre Sprösslinge mit allen Mitteln zum Essen zu bewegen.

„Es ist wichtig, dass Familien beim Thema Essen vom Machtkampf wegkommen”, sagt Dorothee Lappehsen-Lengler, Autorin des Erziehungsratgebers „Liebevoll und kompetent”. Der Widerstand des Kindes werde möglicherweise nur durch die Spannung erzeugt, mit der beide Seiten ans Essen herangehen.

„Es ist normal, dass Kinder einen besonderen Geschmack haben”, sagt die Diplom-Psychologin aus Saarbrücken. Kinder hätten meistens eine Affinität zu Süßem, da auch schon die Muttermilch sehr süß sei. „Oft merken Kinder aber auch einfach, dass ihnen bestimmte Lebensmittel nicht gut tun, und verweigern sie deshalb.”

Sie rät Eltern, bei der Ernährung ihres Kindes hauptsächlich die Grundversorgung an Nährstoffen im Blick zu haben. „Dann kann man mit dem Kind ein Bündnis schließen und das Ziel verfolgen, den Körper gut zu versorgen”, sagt Lappehsen-Lengler. Gemeinsam könnten sich Eltern und Kinder darüber informieren, was für den Körper wichtig ist: „Es gibt viele kindgerechte Bücher zu dem Thema, in denen beispielsweise erklärt wird, dass die Knochen zum Wachsen Kalzium brauchen, und dass man Kalzium in Milchprodukten findet.”

Bei der gemeinsamen Recherche in der Stadtbibliothek oder im Internet könnten Eltern und Kindern noch etwas lernen. „Auch Krankenkassen bieten oft umfangreiche Informationsbroschüren zum Thema Ernährung an”, sagt Lappehsen-Lengler.

Auf der Basis dieses Wissens könne man mit dem Kind flexible Lösungen besprechen und Lebensmittel finden, die es gerne isst, die den kleinen Körper aber auch ausreichend mit Nährstoffen versorgen. „Dann kann man immer wieder gemeinsam nachprüfen: Haben die Knochen heute schon genug bekommen? Und wie sieht es mit dem Treibstoff für die Immunabwehr aus?”, rät Lappehsen-Lengler.

Wenn man erst einmal die Gewissheit habe, dass das Kind gut versorgt sei, sei es gar nicht mehr so wichtig, dass es seinen Spinat aufesse.