Hamburg: Beim Entrümpeln nicht von schlechtem Gewissen plagen lassen

Hamburg: Beim Entrümpeln nicht von schlechtem Gewissen plagen lassen

Das Ausrangieren persönlicher Besitztümer erfordert viel Entschlussfähigkeit. Aufheben oder wegschmeißen, im Keller unterstellen oder verkaufen?

„Derlei Abwägungen”, erklärt Ordnungs-Coach Thomas Ritter, „orientieren sich an dem monetären oder ideellen Wert, den man einem Gegenstand noch zumisst, selbst wenn man ihn nicht mehr haben will.” Wer ernsthaft ausmisten will, darf sich deshalb nicht von seinem schlechten Gewissen plagen lassen, wenn er einen Gegenstand unter seinem tatsächlichen Wert verkaufen oder ihn sogar verschenken oder wegwerfen muss.

Entscheidend sei es, sich bewusst zu machen, warum man einen Gegenstand nicht länger aufheben oder doch behalten will, erklärt der Fachmann für Ordnungsstrategien.

„Man muss sich die Frage stellen: Worum geht es wirklich? Verwechsle ich das Besteck meiner Großmutter mit meiner Erinnerung an sie? Dann sollte ich mir überlegen, ob ich diese nicht vielleicht auch anders aufrechterhalten kann - vorausgesetzt ich möchte das Besteck partout nicht behalten.”

Das Ziel ist es daher immer, mit der Entscheidung, die man schließlich trifft, zufrieden zu sein. Aus diesem Grunde könne man einen Gegenstand auch ruhig behalten, erklärt der Experte, solange sich dieser Entschluss mit unserem Willen deckt. Die Hauptsache sei es, sich darüber bewusst zu werden, dass man seine Entscheidungen und damit seine Zufriedenheit selbst herbeiführen kann.

„Wenn man sich aber durch ein schlechtes Gewissen fernsteuern lässt und dadurch seine eigentliche Absicht nicht zu Ende führt, sitzt man in einer Wert-Falle”, erklärt Ritter. Denn entspricht ein Gebot oder ein Abnehmer nicht unseren Wertvorstellungen, machen wir entweder ein schlechtes Geschäft oder entscheiden uns nur widerwillig zum Aufbewahren oder Entsorgen.