Saarbrücken: Bei handgreiflichem Geschwisterstreit frühzeitig eingreifen

Saarbrücken: Bei handgreiflichem Geschwisterstreit frühzeitig eingreifen

Zwischen Geschwistern fliegen manchmal gehörig die Fetzen. Da wird lautstark diskutiert, wer den letzten Pfannkuchen bekommt oder wer mit dem Traktor spielen darf.

„Auseinandersetzungen unter Geschwistern sind normal - schließlich prallen hier verschiedene Persönlichkeiten und Interessen aufeinander”, sagt Dorothee Lappehsen-Lengler, Leiterin der Lebensberatungsstelle Saarbrücken.

In Konflikten mit ihren Geschwistern könnten Kinder üben, wie man bei Meinungsverschiedenheiten Lösungen findet, mit denen alle zufrieden sind. Allerdings sollten Eltern ein Auge darauf haben, welche Strategien sich die Kleinen zurechtlegen. „Je öfter ein Kind eine Handlung ausführt, desto stärker gewöhnt es sich daran und desto eher wird es beim nächsten Mal wieder auf diese Strategie zurückgreifen”, sagt die Diplom-Psychologin.

Daher sei es wichtig, dass Eltern bei unakzeptablem Verhalten wie Hauen frühzeitig eingreifen. Manchmal sei es sinnvoll, Geschwister in Konfliktsituationen bereits vorbeugend anzusprechen und zu fragen, ob sie ihren Streit ohne Prügelei lösen können. „Am besten lässt man sich auch erklären, wie sie nun weiter vorgehen wollen”, sagt Lappehsen-Lengler.

Seien die Kinder sehr aufgebracht, sollte man ihnen erst einmal Gelegenheit geben, sich zu beruhigen. „Dazu schickt man beispielsweise eines der Kinder zum Händewaschen oder bietet ihm an, sich auf seinem Zimmer etwas abzuregen.”

Tauschhandel absegnen

Manchmal müssten Erwachsene auch die Jüngeren vor ihren älteren Geschwistern schützen, da diese oft cleverer und redegewandter seien. „Wenn der große Bruder den kleinen beispielsweise zu einem unfairen Tauschhandel überreden möchte, sollte man eingreifen”, sagt Lappehsen-Lengler. Man sollte das Kind darauf hinweisen, dass der Handel Lolli gegen Raumstation keinesfalls fair ist. „Am besten stellt man die Regel auf, dass Tausch-Aktionen immer von Mama oder Papa abgesegnet werden müssen.”

Aber auch die älteren Geschwister müssten manchmal vor den Kleinen in Schutz genommen werden. „Kleinkinder machen den Größeren oft ihre Sachen kaputt, weil sie noch ungeschickt sind. Es ist daher wichtig, dass man Orte schafft, an denen die Großen beispielsweise Bauklotz-Kunstwerke ungestört aufbauen können.”

Eltern sollten aber auch nicht vergessen, ihre Kinder zu loben, wenn sie eine Konfliktsituation gut miteinander geregelt haben. „Man sollte dabei benennen, dass man es toll fand, dass das Kind ruhig geblieben ist oder dass es sich fair benommen hat”, sagt die Erziehungsexpertin.

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