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Hamm: Begutachtung des Kindes auch gegen den Willen der Eltern möglich

Hamm : Begutachtung des Kindes auch gegen den Willen der Eltern möglich

Ein Gericht kann Eltern unter Umständen das Recht zur Gesundheitsfürsorge entziehen. Das gilt etwa dann, wenn die Eltern eine Begutachtung ihres verhaltensauffälligen Kindes in einem Kinderschutzverfahren verweigern.

Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az.: 8 UF 17/13), teilt die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins mit.

In dem Fall hatte ein Mädchen häufig in der Schule gefehlt. Die Schule schrieb den Eltern, doch diese reagierten weder darauf noch auf Einladungen zu einer Schulunfähigkeitsuntersuchung. Das Jugendamt schlug ein Kinderschutzverfahren vor. Im Einvernehmen mit den Eltern wurde die 15-Jährige zunächst in einer Kinder- und Jugendklinik stationär behandelt. Nach zwei Monaten brauchen die Eltern die Behandlung jedoch entgegen der Empfehlung der Ärzte ab und holten die Tochter wieder nach Hause.

Das Familiengericht entzog den Eltern daraufhin vorläufig das Aufenthaltsbestimmungsrecht und das Recht zur Gesundheitsfürsorge. Ziel war eine Begutachtung der Tochter. Die Richter begründeten das mit einer möglichen Gefährdung der Entwicklung des Kindes.

Die Beschwerde der Eltern wies das Oberlandesgericht zurück. Das Kindeswohl sei in der Tat gefährdet. Die Anordnung sei nötig, da sich die Eltern in der Vergangenheit wenig kooperativ gezeigt hätten.

(dpa)