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Anker, Fisch und Kreuz: Die bekanntesten christlichen Symbole

Anker, Fisch und Kreuz : Die bekanntesten christlichen Symbole - und warum sie für uns noch heute wichtig sind

Rund 56 Prozent der deutschen Bevölkerung gehört der christlichen Glaubensgemeinschaft an. Sie folgen zumeist entweder dem Glauben der römisch-katholischen Kirche oder der evangelischen Kirche. Einige Mitglieder bekennen sich alternativ zu den orthodoxen Kirchgemeinschaften.

Was sie verbindet und eint, sind universelle christliche Symbole. Einige dieser Sinnbilder des Christentums sind im Laufe der Jahrhunderte unverändert geblieben. Sie stehen noch heute für ein christliches Glaubensbekenntnis. Teilweise finden sich die traditionellen Symbole inzwischen sogar auf Geschenken und Gebrauchsgegenständen des alltäglichen Lebens wieder.

Alpha und Omega als Symbole der Allmacht Gottes

Im Allgemeinen handelt es sich bei einem Symbol um ein wahrnehmbares Zeichen. Viele Sinnbilder, die den gedachten Inhalt ausdrücken, sind fest mit der Religion des Christentums verbunden. Symbole zieren oft kirchliche Gegenstände, spielen aber auch im Alltag der Christen eine wichtige Rolle. Zwei bis heute bekannte christliche Symbole sind die ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabetes - Alpha und Omega. Beide Buchstaben versinnbildlichen als Metaphern die Allmacht Gottes. Dieser Gott wird darin als Anfang und Ende zugleich angesehen. Der, der gemäß der biblischen Offenbarung (1,8) über alle Zeiten hinweg "da war [..] und da kommt".

Im künstlerischen Kontext stehen Alpha und Omega darüber hinaus für die Dreieinigkeit beziehungsweise Dreifaltigkeit. Damit gemeint ist die Einheit des einen Gottes, der mal als Vater, Sohn oder Heiliger Geist erscheint. Als himmlischer Vater wacht er über die Menschen, als "Sohn" bringt er in Gestalt Jesu Christis Hoffnung und Liebe. In Gestalt des Heiligen Geistes ist Gott ein ständiger Begleiter. Auch heute noch wissen viele Christen um das bedeutsame Symbol von Alpha und Omega. Inzwischen kommen die griechischen Buchstaben im Alltag als beliebte Motive etwa bei Tauf- oder Kommunionskerzen vor.

Der Anker als Symbol der Hoffnung

Ein Anker ist für Schiffe und Boote ein unverzichtbarer Gegenstand. Er bietet in stürmischen Zeiten auf hoher See Sicherheit. Auch in der christlichen Glaubenslehre taucht der Anker als Symbol für die göttliche Hoffnung auf. Heutzutage begleiten die hoffnungsvollen Anker nicht ausschließlich christliche Menschen durchs Leben. Ferner spielen Anker auch auf Dekorationsgegenständen oder in der Mode eine wichtige Rolle. Dort kommen sie oftmals als Motiv auf Kleidungsstücken und Accessoires mit christlichen Botschaften zum Einsatz. Nicht nur auf T-Shirts, Taschen oder Tops, sondern auch auf Handyhüllen, Kissen oder Schmuckstücken sind Anker inzwischen in Mode. Manche Menschen lassen sich das haltbringende Symbol sogar als Tätowierung unter die Haut stechen.

Kelche stehen häufig zusammen mit Brot für die Eucharistie. Während der Wein als Zeichen des Blutes Christi gilt, symbolisiert das Brot sein Leib. In Kirchen ist das Altarsakrament neben der Wortverkündigung Gottes der wichtigste Teil der Heiligen Messe. Foto: Pixabay

Bäume als Lebenszyklen

Bäume erblühen Jahr für Jahr aufs Neue. So verwundert es nicht, dass sie im Christentum für einen neuen Lebenszyklus stehen. Gleichzeitig stehen sie laut biblischer Überlieferung auch für jemanden, der "sich auf den Herrn verlässt". Selbst Jesu Christi in Persona steht manchmal symbolisch für einen Weinstock. Mit der christlichen Vorstellung enden die mannigfaltigen Bedeutungen der Bäume nicht. Auch für Nicht-Christen spenden fest verwurzelte Bäume als Lebensadern Kraft und Stärke. Abhängig vom jeweiligen Kontext steht ein Baum gleichermaßen für ruhige Gelassenheit, Fruchtbarkeit oder für eine Verbindung zwischen Erde und Himmel.

Der Fisch als eines der ältesten christlichen Symbole

Das Zeichen des Fisches gehört zu den ältesten überlieferten christlichen Symbolen. In griechischer Sprache mit "Ichthys" übersetzt, formen die Anfangsbuchstaben das Glaubensbekenntnis "Jesus Christus - Gottes Sohn - Erlöser". Folglich steht der Fisch im Christentum für Jesus Christus. Jener beruft seine Jünger im Matthäusevangelium, zu Menschenfischern zu werden. Zur Anfangszeit des Christentums wurde das Fischsymbol als geheimes Erkennungszeichen benutzt. Gläubige Christen konnten den Überlieferungen zufolge mit einer geschwungenen Linie im Sand prüfen, ob ihr Gegenüber ebenfalls christlich war. Zog dieser die zweite Linie zu einem Fisch nach, legte er damit ein Glaubensbekenntnis ab.

Bis heute ist das Fisch-Symbol unter Christen weit verbreitet. Vielen von ihnen bekennen sich mit dem "Ichthys" ganz bewusst im Alltag zu ihrem Glauben. So erlebt das Symbol mittlerweile einen regelrechten "Boom": Als Anstecker, auf Postkarten oder als Autoaufkleber schenkt es ein unersetzliches Zusammengehörigkeitsgefühl.

Der Hirte - mehr als eine wichtige weihnachtliche Krippenfigur

Hirten kommen in der Bibel immer wieder vor. Zunächst im bekannten Psalm Davids, wo ein Hirte "den richtigen Weg um seines Namens willen" zeigt. Oder auch im neuen Testament, wo ein Hirte nach seinem verlorengegangenen Schaf sucht. Auch an den christlich bedeutsamen Weihnachtstagen spielen Hirten eine große Rolle. Schließlich empfangen sie die durch Engel überbrachte Botschaft von der Geburt des Heilands. Zu Weihnachten schmücken daher viele Christen, Atheisten und Andersgläubige ihr Haus mit Krippenfiguren wie Engeln und Hirten aus.

Das Lamm als Symbol Jesu Christi

Das Lamm verbinden die Christen als Symbol mit Jesu Christi, der sich für die Menschheit opferte. Insbesondere zum österlichen Fest der Auferstehung und Fruchtbarkeit ist das Lamm omnipräsent. Noch heute gedenken viele Gläubige dem Lamm im Rahmen eines sonntäglichen Gottesdienstes. Dabei thematisiert der Priester unter anderem das letzte Abendmahl, von dem Wein und Brot an Jesu Christi erinnern. Auch außerhalb des christlichen Glaubens stehen Lämmer sinnbildlich für Reinheit und Unschuld.

Gott ist im Kerzenschein anwesend

Dem flammenden Kerzenschein wird im Christentum die Anwesenheit Gottes nachgesagt. Auch als eindeutiges Zeichen der Hoffnung bildet Kerzenschein einen wichtigen Ausgleich zur Dunkelheit. In Form von hoffnungsvollen Kommunions- oder Taufkerzen erhellt das Licht den weiteren Lebensweg. Schon die Bibel machte auf das bedeutsame "Licht auf meinem Wege" (Psalm 119, 105) aufmerksam.

Das Kreuz als bekanntestes christliches Symbol

Die Bedeutung des Kreuzes ist weit über die christliche Glaubensgemeinschaft hinaus bekannt. Als zentrale Botschaft der christlichen Glaubenslehre erinnert das Kreuz an das Leiden und Sterben Jesu. Gleichzeitig zeugt das Kreuz von der Fähigkeit, den Tod zu überwinden und im Jenseits ewiges Leben zu erhalten. Doch mitunter lässt sich das Kreuz auch als Sinnbild des Scheiterns ansehen: Dem Versuch, die Welt zur damaligen Zeit besser und hoffnungsvoller zu machen.

Heute wie vor 500 Jahren werden Kreuze von Gläubigen als Schmuckstücke getragen. Auch in Kirchen finden sich Kreuze in unterschiedlichen Ausführungen wieder. Selbst in anderen Kulturen und Glaubensgemeinschaften ist das Kreuz ein unverzichtbarer Bestandteil. Etwa in eckiger Form in Asien, wo es als Glücksbringer zur Geltung kommt. Die Vielfalt der Kreuze drückt sich auch zu christlichen Feierlichkeiten aus. Dann schenken sich die Gläubigen in gegenseitiger Zuneigung oft Kreuzschmuck mit Gravuren oder andere kreuzförmige Gegenstände.

Tauben gelten im Christentum als Friedenssymbole

Wie die Bibel überliefert, sah Jesus bei seiner Taufe eine "wie ein Geist herabkommende Taube". Dennoch ist der symbolträchtige Vogel wesentlich älter als das Christentum. Bereits in der Antike waren Tauben ein Zeichen für Unschuld und Liebe. Im Judentum indes repräsentiert die Taube einerseits ein Opfertier, andererseits Frieden. Die Taufe Jesu erhob die Taube schlussendlich zu einem Symbol für den Heiligen Geist. Es sind vor allem Künstler und Maler, die Tauben häufig in ihren Werken darstellen. Mal bei der Verkündigung Jesu, ein anderes Mal als Sinnbild des Heiligen Geistes bei der Dreifaltigkeit. Bei dieser Komposition schwebt die Taube zwischen Gottvater und Sohn. Im Alltag entdeckt man die christlichen Tauben heute noch, etwa als Halsketten oder Schlüsselanhänger.

Wasser als mehrdeutiges Symbol

Das Wasser ist in der Bibel als auch im christlichen Glauben stark verankert. Seit Jahrhunderten wird das Wasser bei der Zeremonie der Taufe eingesetzt. Als reinigendes Element gewährleistet es die Aufnahme in die christliche Glaubensgemeinschaft. Eng damit verbunden ist die Bedeutung des Wassers als Lebenselement. Den Gläubigen schenkte Jesus frisches Wasser, damit sie nicht länger durstig waren.

Als christliches Symbol kann Wasser aber auch ein gefährliches Element sein. Laut biblischer Überlieferung bedrohte das Meer beispielsweise Jesu und seine Jünger auf hoher See. Weiterhin soll das Wasser die einzelnen Glaubensschritte der Christen symbolisieren. Der Ursprung dieser Annahme liegt in einer biblischen Geschichte, in der Jesus auf dem Wasser zu seinen Jüngern ging. So steht das Element also ebenfalls für einen unerschütterlichen Glauben. Als Sinnbild für Gottvertrauen ermutigt Wasser die Gläubigen dazu, scheinbar unüberbrückbare Hindernisse überwinden zu können.

(vo)