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Düsseldorf: Alleinerziehenden Müttern in NRW bleibt häufig nur Teilzeitarbeit

Düsseldorf : Alleinerziehenden Müttern in NRW bleibt häufig nur Teilzeitarbeit

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Alleinerziehenden in NRW stetig angestiegen. Wie Landessozialminister Guntram Schneider (SPD) am Montag in Düsseldorf mitteilte, betrug die Zahl im April 2009 landesweit 325.000, was einem Plus von knapp 20 Prozent entspricht.

Über 90 Prozent der Alleinerziehenden sind weiblich, erklärte Schneider mit Hinweis auf eine Erhebung des Statistischen Landesamtes NRW. Landesweit leben etwa 465.000 Kinder unter 18 Jahren in Haushalten mit nur einem Elternteil.

Laut Sozialminister befinden sich Alleinerziehende und ihre Kinder häufiger in einer finanziell prekären Situation und haben ein deutlich höheres Armutsrisiko als Paargemeinschaften mit Kindern. Schneider kritisierte, dass viele alleinerziehende Frauen auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen hätten. Vielfach würden sie sogar „in Teilzeit abgedrängt”. Obwohl runde 60 Prozent der alleinerziehenden Frauen eine Ausbildung abgeschlossen hätten, würden sie überwiegend im Niedriglohnbereich arbeiten. Dies gelte für Frauen „quer durch alle Qualifikationen”, bedauerte Schneider.

Kaum finanzielle Absicherung

Der Minister verwies weiter darauf, dass nur vier Prozent der Alleinerziehenden eine finanzielle Absicherung über einen Partner haben. „Die Partner lassen die Frauen vielfach finanziell im Stich. Auch bei den Unterhaltszahlungen gibt es eine schlechte Zahlungsmoral und teilweise schlimme Entwicklungen”, sagte Schneider. Knapp 55 Prozent der alleinerziehenden Mütter an Rhein und Ruhr konnten 2009 ihren Lebensunterhalt durch eine eigene Erwerbstätigkeit bestreiten. Bei einem Drittel bildeten Sozialleistungen die hauptsächliche Unterhaltsquelle.

Nach Angaben der Statistiker war im Jahr 2009 knapp die Hälfte (46,9 Prozent) der Alleinerziehenden geschieden, 19,5 Prozent waren (noch) verheiratet, lebten aber getrennt vom Partner. 6,6 Prozent der Alleinerziehenden waren verwitwet. Schneider plädierte in Sachen Verbesserung der Lebenssituation von Alleinerziehenden vor allem für eine verbesserte Qualifikation und für mehr ganztätige Beschäftigungsmöglichkeiten für die Betroffenen.

Ausdrücklich lobte der Sozialminister, dass ein großer Teil der Alleinerziehenden auf Unterstützung von Angehörigen bei der Kinderbetreuung zurückgreifen kann. „Etwa die Hälfte der Alleinerziehenden kann auf die Hilfe der Eltern zählen und knapp ein Drittel hat Unterstützung durch den anderen Elternteil”, hieß es in dem Sozialbericht unter Verweis auf den Familienreport 2010 des Bundessozialministeriums.