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Der richtige Versicherungsschutz bei Wildunfällen

Dunkle Jahreszeiten gefährlich : Der richtige Versicherungsschutz bei Wildunfällen

Im vergangenen Jahr gab es dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge bundesweit jeden Tag 750 Wildschäden. Besonders in den dunkleren Jahreszeiten ist die Gefahr einer unfallträchtigen Begegnung groß.

„Gut, wenn man als betroffener Kfz-Halter oder betroffene Kfz-Halterin eine Kaskoversicherung abgeschlossen hat. Sie kommt für Schäden am Auto auf, die durch Zusammenstöße mit Haarwild verursacht werden. Doch nicht jeder Unfall mit Tieren ist versichert“, gibt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg zu bedenken.

In der Kfz-Vollkasko- und Teilkaskoversicherung ist eine Kollision mit Haarwild versichert. Zum Haarwild zählen Schwarz- und Rotwild, Hasen, Füchse, Wildschweine oder Fischotter. Doch es gibt darüber hinaus Unfälle mit Federwild, Haus- und Nutztieren wie Katzen, Hunde und Schafen, inzwischen auch mit Wölfen und exotischen Tieren wie Waschbären. „Autobesitzer sollten daher darauf achten, dass ihre Kaskoversicherung einen erweiterten Schutz für Zusammenstöße mit Tieren aller Art beinhaltet“, rät Boss. Wird die Teilkaskoversicherung in Anspruch genommen, hat das auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt keinen Einfluss.

Was vielfach unbekannt ist – bei einem Unfall muss ein Zusammenstoß mit dem Tier stattgefunden haben. Wer einem Wildschwein ausweicht und dabei mit dem Fahrzeug von der Straße abkommt und es beschädigt, bekommt den Schaden unter Umständen nur ersetzt, wenn er eine Vollkaskoversicherung hat. Die Teilkaskoversicherung leistet in diesem Fall nicht – es sei denn, dass durch das Ausweichen eines Wildtieres ein größerer Schaden vermieden werden sollte. Die Beweislast dafür liegt beim Autofahrer. Doch das zu beweisen, führt erfahrungsgemäß häufig zu schwierigen Auseinandersetzungen mit dem Versicherer.

Konnte durch Ausweichen ein Wildunfall verhindert werden, ist aber ein Schaden am Fahrzeug entstanden, sollten Autofahrer versuchen, Beweise zu finden, rät die BdV-Fachfrau. Auch frische Wildspuren an der Unfallstelle sollten fotografisch festgehalten werden. Nach einem Wildunfall sollte die Polizei gerufen werden, die den Schaden durch Fotos dokumentiert. Danach sollte unverzüglich eine Schadenmeldung beim Versicherer erfolgen.

(amv)