Warum es sich gerade jetzt lohnt, zu studieren?

BAföG-Reform 2019 : Warum es sich gerade jetzt lohnt, zu studieren?

Die Zahl der Studierenden in Deutschland ist hoch und steigt weiterhin an. Im Wintersemester des Jahres 2018/2019 studierten 2.867.586 Menschen, jährlich wird eine regelmäßige Steigerung verzeichnet. Grundsätzlich lohnt sich ein Studium, und zwar über das gesamte Leben betrachtet.

In der Regel verdienen Hochschulabsolventen im Durchschnitt doppelt so viel wie beispielsweise Leute, die eine zwei- bis dreijährige Ausbildung hinter sich haben.

Welche Studiengänge haben Zukunft?

Über 18.000 verschiedene Studiengänge können in Deutschland belegt werden. Bei der Entscheidung, welche Fächer man belegen sollte, spielen zum einen die eigenen Interessen und Fähigkeiten eine Rolle. Zum anderen lohnt sich auch ein Blick in die Zukunft, insbesondere auf die Arbeitslosenquote. Im Jahr 2015 gab es beispielsweise im Bereich der

  • Wirtschaftswissenschaften und Medizin 1 Prozent,
  • Erziehungswissenschaften 2 Prozent,
  • Psychologie 2,4 Prozent
  • Rechtswissenschaften 2,3 Prozent,
  • Journalismus/PR/Publizistik 5,7 Prozent sowie
  • Mediengestaltung, Werbung und Marketing 6 Prozent

Arbeitslose. In Anbetracht der Tatsache, dass während des Studiums die finanzielle Seite oft schwierig zu bewältigen ist, bietet die richtige Wahl des Studienganges höchstmögliche Sicherheit für die Zeit danach. Viele Menschen müssen nebenher jobben oder notfalls auch einmal einen Kredit aufnehmen, um die laufenden Ausgaben bestreiten zu können.

Hinweis: Im Zug der BAföG-Reform 2019 erhalten Studierende mehr Geld, gerade jetzt lohnt es sich also, eine Universität zu besuchen.

Was bringt die BAföG-Reform mit sich?

Bereits vom Wintersemester 2019/2020 an gibt es höhere Elternfreibeträge und mehr Geld für die Geförderten. Im Einzelnen sieht die BAföG-Reform folgendes vor:

  1. Fördersätze: Den BAföG-Höchstsatz erhalten Studenten, die nicht bei ihren Eltern wohnen sowie über eine eigene Kranken- und Pflegeversicherung verfügen. Er lag bisher bei 735 Euro. In zwei Stufen soll dieser bis zum Jahr 2020 auf rund 861 Euro erhöht werden. Aber auch die Studierenden, die über keinen Anspruch auf den Höchstsatz verfügen, sind besser gestellt. Wie viel Geld eine Person zum Leben braucht, wird durch Bedarfssätze festgehalten. Diese werden nunmehr um sieben Prozent gesteigert. Auch in diesem Fall erfolgt die Anhebung in zwei Schritten, und zwar im Jahr 2019 und 2020.
  2. Freibeträge: Sie werden im Jahr 2019 um sieben, im Jahr 2020 um zusätzliche zwei Prozent erhöht. Zudem darf das eigene Vermögen höher sein, die aktuellen 7.500 Euro liegen im Jahr 2020 bei 8.200 Euro.
  3. Wohnzuschlag: Um 30 Prozent wird der Wohnzuschlag von 250 auf 325 Euro erhöht. Diese Änderung erfolgte insbesondere aufgrund der steigenden Mieten, die vor allem viele Studentenstädte betreffen.
  4. Rückzahlung: Generell erfolgt die Rückzahlung des BAföGs zur Hälfte, maximal bis zu 10.000 Euro. Bisher mussten vierteljährlich 315 Euro oder monatlich 105 Euro zurückgezahlt werden. Diese Raten werden nun erhöht, und zwar nach knapp 30 Jahren das erste Mal. Grund dafür ist, dass Studenten zwar von der Förderung profitieren können, sie jedoch nicht unnötig lange verschuldet bleiben sollen. Wer nachweislich wegen einer schlechten finanziellen Lage seine Schulden nach 20 Jahren nicht tilgen konnte, bekommt den restlichen offenen Betrag erlassen.

Alles rund um Stipendien

Viele Studenten sind der Meinung, dass ein Stipendium für sie nicht infrage kommt. Schließlich hört man immer wieder, dass sie ausschließlich für Hochbegabte sind. Oder auch für die Menschen, die einen überaus hohen Lernaufwand betreiben, in verschiedenen Hochschulgruppen mitwirken oder auch ehrenamtlich tätig sind. Grundsätzlich ist vorbezeichnetes jedoch nicht immer Grundvoraussetzung für den Erhalt eines Stipendiums.

Stipendien lassen sich in die Voll- und Teil-Variante einteilen. Letztere beinhaltet nur einen Zuschuss für die Lebenshaltungskosten, erstere reicht meist aus, um seine Kosten und Verpflichtungen komplett zu erfüllen. Sie erfordern nicht ausschließlich Bestleistungen, denn es gibt auch spezielle Programme, darunter für Migranten und Auslandsaufenthalte.

Während der Betrag von einem Vollstipendium in der Regel elternabhängig ist, spielt die wirtschaftliche Situation von Vater und Mutter beim Teilstipendium keine Rolle. Häufig erhalten Studierende weiterhin Büchergeld in Höhe von 300 Euro.

Der Vorteil eines Stipendiums gegenüber von BAföG liegt darin, dass man dieses Geld nicht zurückzahlen muss. Darüber hinaus erhalten Studenten Zugang zu besonderen Veranstaltungen. Zum Teil wird die Teilnahme daran auch vorausgesetzt und es müssen regelmäßig Berichte vorgelegt werden, womit der Studienfortschritt erläutert wird. Nicht immer ist dies bei Stipendien der Fall, sollte es jedoch in der Förderung beinhaltet sein, muss die Bedingung auch erfüllt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, aus dem Stipendium herauszufallen.

Es gibt verschiedene Stipendien, wer versucht, eines zu erhalten, sollte sich zunächst einmal umsehen, was im Angebot steht. Einige Programme beispielsweise gelten erst ab dem dritten Semester oder ausschließlich für bestimmte Studiengänge. Die Bewertungsverfahren sind gleichfalls sehr unterschiedlich. Generell ist es jedoch meistens so, dass man sich ein halbes Jahr zuvor dafür bewerben muss.

Mit etwas Glück ist auch ein Stipendium als Finanzierungsform des Studiums möglich. Foto: kaboompics / Pixabay.com (CCO Public Domain)

Attraktive KfW-Bildungskredite als Alternative

Neben dem BAföG und einem Stipendium gibt es unter anderem KfW-Bildungskredite, die jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen. Gefördert werden Teile der Lebenshaltungskosten während

  • der Schlussphase der Ausbildung,
  • eines eventuellen Aufbau-, Zusatz- oder Ergänzungsstudiums
  • eines Praktikums.

Ausgeschlossen ist der Erhalt von Förderungen, werden Ausbildungen entweder in Teilzeit oder an nicht BAföG-anerkannten Ausbildungsbetrieben betrieben.

Gefördert werden alle Menschen in einem Alter von 18 bis 35 Jahren. Dabei spielt das eigene Einkommen und das der Eltern des Antragstellers keine Rolle. Sie müssen zudem über einen Wohnsitz in Deutschland verfügen sowie die Bedingungen nach § 8 BAföG erfüllen. Letzteres gilt auch für Deutsche, die ihren ständigen Wohnsitz im Ausland, diese können gleichfalls eine Förderung erhalten.

Der KfW-Bildungskredit beinhaltet die Förderung innerhalb eines Ausbildungsabschnittes von zwei Jahren. Je nach eigenem Wunsch werden monatlich 100, 200 oder 300 Euro ausgezahlt. 7.200 Euro insgesamt gelten als Höchstgrenze. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bis zu 3.600 Euro als Einmalzahlung im Voraus zu erhalten. Diese sind für die Anschaffung teurer Arbeitsmaterialien bestimmt. Allerdings wird der beanspruchte Betrag von der Höchstgrenze abgezogen.

Es besteht Variabilität bei der Verzinsung, als Basis wird der 6-Monate-EURIBOR zugrundegelegt. Die Laufzeit beträgt höchstens zwei Jahre, die Karenzphase ist mindestens ebenso lang. Zinsen sind erst nach der Auszahlungs- und Karenzphase zu zahlen. Sie werden später gemeinsam mit der Kreditsumme fällig. Vier Jahre nach der ersten Auszahlung beginnt die Rückzahlung, wobei die monatliche Rate (Zins und Tilgung) grundsätzlich 120 Euro beträgt. Die jederzeitige Ablösung des Kredites auf einmal ist möglich, die Sondertilgungen sind kostenfrei.

(vo)
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