Semesterstart ohne Studienplatz — Was tun, wenn man keinen Platz fürs Traumstudium erhalten hat

Berlin : Semesterstart ohne Studienplatz: Wenn man keinen Platz fürs Traumstudium erhalten hat

Der Weg zum Wunschstudium ist oft kein leichter: Ein bestimmter Notendurchschnitt muss erreicht und eventuell auch Praktika absolviert werden. Um die Hürden zu meistern, braucht es viel Zeit und Disziplin. Wenn man dann eine Absage erhält, sorgt diese selbstverständlich für Unmut. Doch eine Absage muss noch nicht das Aus für den eigenen Traum bedeuten.

Welche Möglichkeiten hat man?

Nach einer Absage hat man verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen. Außerdem kann man Absagen vorbeugen bzw. Chancen erhöhen eine Zusage zu bekommen. Das funktioniert am besten, wenn man sich nicht nur an einer Universität bewirbt, sondern mehrere Hochschul-Bewerbungen verschickt.

Bei einer Vielzahl von Anträgen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit zum Wunschstudium zugelassen zu werden. Tipp: Am besten auch in unbeliebteren oder unbekannteren Städten bewerben, das erhöht die Chancen auf Zulassung weiter.

Wie kann man aber mit Absagen umgehen? Man kann…

Was ist eine Studienplatzklage?

In Artikel 12 I des Grundgesetzes ist die Berufsfreiheit verankert. Hochschulen schmälern diese jedoch, indem sie einen NC verhängen oder weitere Voraussetzungen zur Aufnahme definieren. Damit diese Einschränkung rechtskonform ist, müssen Hochschulen maximal viele Studienplätze schaffen. Die Kapazitäten werden in einem aufwendigen und fehleranfälligen Prozess ermittelt.

Klagt man nun einen Studienplatz ein, so stellt man einen Eilantrag an das zuständige Verwaltungsgericht. Darin wird behauptet, die Hochschule hätte nicht all ihre Möglichkeiten ausgeschöpft, was bedeutet, dass es noch freie Plätze geben muss.

Es ist möglich die Klage allein einzureichen und zu beschreiten. Allerdings ist es empfehlenswert spezialisierte Fachanwälte hinzuziehen. Das erhöht die eigenen Erfolgschancen und vermeidet lange Recherchearbeiten.

Voraussetzungen

Um einen Studienplatz erfolgreich einklagen zu können, muss man über eine Hochschulzugangsberichtigung verfügen. Außerdem muss man sich bereits frist- und formgerecht auf den Studienplatz beworben haben.

Zu beachten ist außerdem, dass zwischen dem Erhalt der Absage und der Einreichung des Eilantrags nur maximal vier Wochen vergehen dürfen!

Ablauf

In einem Beratungsgespräch sollte man mit einem Anwalt eruieren, wie sinnvoll eine Studienplatzklage im individuellen Fall ist. Darauf wird der Eilantrag eingereicht. Durch diesen kann bereits eine Zulassung erzielt werden. Sollte der Ausgang dessen jedoch negativ sein, kann man ein gerichtliches Verfahren einleiten. Dieses bringt im besten Fall freie Studienplätze hervor. Allerdings werden diese unter allen Klägern des Studiengangs an der betreffenden Hochschule verlost. Dadurch kann ein positiver Ausgang nicht garantiert werden.

Dauer

Da es sich um ein Eilverfahren handelt, kann die Klage innerhalb weniger Wochen entschieden sein. Verklagt man jedoch mehrere Hochschulen — was zu empfehlen ist, da so die Erfolgschancen erhöht werden — kann der Prozess auch Monate in Anspruch nehmen. Eine Pauschalaussage ist daher nicht möglich.

Kosten

Wie bei der Dauer lässt sich auch hier keine allgemeingültige Aussage treffen. In Abhängigkeit von der Anzahl der zu verklagenden Universitäten und der benötigten Verfahrensschritte können sich die Kosten durchaus auf ca. 1000 € oder mehr belaufen.

Der zu zahlende Betrag setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen:

a) Anwalts- und Gerichtskosten

b) Gebühren der Gegenseite

Die zuerst genannten Aufwendungen sind zum einen abhängig vom Streitwert, der von den Verwaltungsgerichten festgesetzt wird. Zum anderen sind sie nach unten durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz beschränkt. Dieses schreibt Mindestgebühren vor, die nicht unterschritten werden dürfen.

Wichtig ist, dass prinzipiell der Verlierer die Verfahrenskosten zu tragen hat. Doch es kann durchaus vorkommen, dass die Gerichte auch den Gewinner einen (Groß-)Teil des Betrages begleichen lassen.

Ein abgelehnter Studienplatz ist nicht automatisch auch das Ende vom Traumjob! Wartesemester bieten die Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt auch ohne NC zugelassen zu werden. Außerdem kann man in dieser Zeit wertvolle Erfahrungen sammeln.

Doch Achtung: Wenn man in der Zwischenzeit ein anderes Studium beginnt, zählen die Semester dessen nicht mehr als Wartesemester für den eigentlich angestrebten Platz! Wenn man möchte und finanziell dazu in der Lage ist, kann man auch über eine Studienplatzklage versuchen eine Zulassung zu erzielen.