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Rostock: Rechenfehler bei Befristung kann zu unbefristeter Anstellung führen

Rostock : Rechenfehler bei Befristung kann zu unbefristeter Anstellung führen

Verrechnet sich der Arbeitgeber bei der Dauer einer sachgrundlosen Befristung, geht das zu seinen Lasten. Dauert die Befristung durch den Rechenfehler länger als die gesetzlich erlaubten zwei Jahre, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag.

Das hat das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern entschieden (Az.: 2 Sa 237/12). Auf das Urteil weist der Deutsche Industrie- und Handelstag hin.

In dem verhandelten Fall war die Klägerin beim Arbeitgeber vom 30.07.2010 bis zum 30.07.2012 beschäftigt - also zwei Jahre und einen Tag. Laut dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ist eine Befristung ohne Sachgrund aber maximal für eine Dauer von bis zu zwei Jahren zulässig (Paragraf 14 TzBfG).

Die Klägerin ging deshalb davon aus, dass ihr Vertrag unbefristet fortbesteht. Der Arbeitgeber wollte das Arbeitsverhältnis jedoch beenden. Deshalb versuchte er, den Vertrag aufgrund des Rechenfehlers anzufechten - ersatzweise wollte er den Vertrag kündigen.

Ohne Erfolg: Es liege ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vor, entschieden die Richter. Der zulässige Befristungszeitraum sei um einen Tag überschritten worden. Der Rechenfehler sei kein Grund, der ausreiche, um den Arbeitsvertrag anzufechten. Die Anforderungen an eine Kündigung seien ebenfalls nicht erfüllt.

(dpa)