Neue Wege mit Kreativitätstechniken

Berlin: Neue Wege mit Kreativitätstechniken

Sie sind ein essentieller Bestandteil von Prozessen, die sich der Ideenfindung und der Kreativität verschrieben haben. Die Rede ist von Kreativitätstechniken, die ganz unterschiedlicher Couleur sein können und doch allesamt das gleiche Ziel haben.

Kreativitätstechniken sollen beim Denken helfen und neue Denkwege eröffnen. Sie fungieren als Unterstützung, in einer oft schon ideenlosen Zeit, Ideen zu entwickeln. Der Ansatz dabei liegt in der Quantität, sprich: Zunächst muss eine Vielzahl an Ideen entstehen, dann geht der Prozess weiter.

Ein Notizbuch, das die Lösung für ein Problem offeriert? Das ist möglich mit der Kreativitätstechnik des kollektiven Notizbuches. Foto: pixabay.com © ulleo (CC0 Public Domain)

Dabei helfen Kreativitätstechniken mit Struktur und mentaler Führung. Mehrere hundert etablierte Methoden finden diejenigen, die sich in Fachliteratur oder auch im Internet auf die Suche danach machen. Vorgestellt werden sollen nun bekannte und auch weniger bekannte Kreativitätstechniken, die es zu testen lohnt. Eine Übersicht vieler weiterer Kreativitätstechniken hält das Atelier für Ideen bereit.

Brainstorming ist der Klassiker. Brainwriting ist die schriftliche Variante

Brainstorming kennen in der Praxis viele, obgleich die genaue Struktur vielleicht so manchem unbekannt sein dürfte. Im ersten Schritt werden die Teilnehmer des Seminars, des Workshops oder des Meetings über das Problem informiert. Im zweiten Schritt prasseln dann bereits die Ideen auf den Moderator des Workshops ein. Punktuell werden Lösungsideen zugerufen. Eventuell ergibt die Kombination aus mehreren Ideen auch bereits einen ausgereiften Lösungsweg. Notiert wird alles.

Um das anfangs etwas wirr anmutende Ideen-Geschleuder in strukturierte Bahnen zu lenken, gibt es Grundregeln, die einzuhalten sind. Kritik an den Ideen ist grundsätzlich untersagt. Ideen müssen nicht realistisch oder umsetzbar sein. Gerade im Prozess dienen unrealistische Ansätze häufig als Stufen der Prozessleiter. Kein Teilnehmer muss Angst haben, sich zu blamieren.

Die ruhigere, aber auch schwierigere Abwandlung des Brainstormings ist das Brainwriting. Dabei werden die Ideen auf Karten notiert. Pro Idee wird eine Karte beschrieben. Je beschriebene Karte wird dem rechten Nachbarn gereicht. Dieser hat nun die Möglichkeit, die Idee zu ergänzen und dann weiterzureichen. Hat die eigene Ideenkarte einmal alle Teilnehmer des Seminars passiert, landet sie in der Mitte der Gruppe, um anschließend diskutiert zu werden.

Das kollektive Notizbuch

Die Kreativitätstechnik bei dem das kollektive Notizbuch zum Einsatz kommt, hat einen großen Vorteil: Es kann sehr viel wertige Ideen und Informationen liefern, weil das Notizbuch nicht etwa in der Gruppe befüllt wird, sondern in Eigenregie mit Inhalten angereichert wird. Das kollektive Notizbuch erlaubt die langfristige Sammlung von Ideen, was Vor- und Nachteil gleichermaßen ist, denn: Diese Technik bedarf viel Zeit.

Zunächst wird das Problem formuliert. Dann müssen die Teilnehmer festgelegt werden. Die Notizbücher werden vorbereitet und an einem festgelegten Ort im Unternehmen platziert. Das ermöglicht spontane Eintragungen und eine tägliche Sichtung des Prozessfortschritts.

Erst wenn der vorgegebene Zeitraum abgeschlossen ist, wird das Notizbuch zur Diskussionsgrundlage, um eine komplexe Fragestellung zu lösen oder Geistesblitze in Projekte zu gießen. Praxistipp: Ein Notizbuch mit Firmenbranding macht den Prozess der Ideenfindung gleichzeitig zur teambildenden Maßnahme bzw. stärkt die Unternehmensphilosophie.

Ab ins Land der Träume: die Walt-Disney-Methode

Die Walt-Disney-Methode wird häufig belächelt. Viel zu verträumt klingt sie. Doch eben das ist auch - zumindest ein Stück weit - der Ansatz. Gefragt sind bei dieser Methode Phantasie und Vorstellungskraft, was häufig im schnelllebigen Geschäftsleben kaum Raum findet.

Bei der Walt-Disney-Methode, die auf Walter Elias Disney zurückgeht, gibt es drei Rollen: der Träumer fungiert als visionärer Ideenlieferant, der Realist ist der Praktiker und der Kritiker bekleidet - im Geschäftsjargon - die Rolle der Abteilungen Qualitätsmanagement und/oder Controlling. Angebracht ist der Einsatz der Walt-Disney-Met hode vor allem bei einer schwierigen Ausgangssituation, nämlich dann, wenn Denkstrukturen und Prozesse eingefahren sind und dringend einer Kur bedürfen.

Jeder Teilnehmer passiert nach und nach die drei Rollen. Die Träumerecke, in der der Ideenlieferant beheimatet ist, ist die erste Station der Ideen findenden Reise. Nächste Station: Realität. Letzte Station: Kritik. Vor allem die "letzte" Station im Prozess ist entscheidend. Hier geht es um die Abwägung von Vor- und Nachteilen. Es geht um die Einschätzung der Risiken. Erst wenn klar ist, dass ein weiterer Durchlauf dieser Kreativitätstechnik keinen Mehrwert bringen würde, ist der Prozess abgeschlossen.

Mindmapping

Ein zweiter Klassiker betritt die BühneDas Mindmapping ist ein weiteres, wohl bekanntes Verfahren im Bereich der Kreativitätstechniken. Es dient dazu, einerseits Ideen zu sammeln und zu dokumentieren. Andererseits bietet die grafische Ausarbeitung der Idee die Möglichkeit, Einflüsse, Hintergründe und andere Wissensbausteine direkt im grafischen Konstrukt zu dokumentieren.

Die Regeln beim Mindmapping sind denkbar einfach: Das Hauptthema steht im Fokus, sprich: In der Mitte des querfomatig gehaltenen Blattes. Drum herum darf notiert werden, was zum Thema gehört. So gewinnt das Thema an Präsenz und Masse. Idealerweise ist das fertige Mindmap am Ende des kreativen Prozesses gespickt mit Pfeilen und Zeilen, die Wertigkeiten zum Ausdruck bringen oder Wechselwirkungen aufzeigen.

Mindmapping ist nicht nur ein Klassiker, sondern auch ein Allrounder, der sich für die Aufarbeitung vielerlei Themen anbietet.

(vo)
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