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Karriere in der Logistik: eine Branche mit Zukunft

Jobwahl : Karriere in der Logistik: eine Branche mit Zukunft

Ohne die Logistikbranche würde die Welt heute absolut zum Erliegen kommen: Supermärkte erhalten keine Waren, Baustellen kein Material, Zulieferer keine Teile und somit Produktionen ebenso keine Güter. So wichtig, wie die Logistik heute schon ist, so zukunftsträchtig ist sie auch.

Die Güterströme zwischen den Ländern werden noch stärker anwachsen, das Verbraucherverhalten sich weiter auf die Onlinebestellung beziehungsweise Lieferung konzentrieren. Wer aktuell also vor der Überlegung steht, welche Ausbildung oder welches Studium für die nächsten Jahrzehnte geeignet wäre, sollte die Logistik mit auf der Liste haben. Dieser Artikel schaut sich die Branche einmal genauer an.

Anforderungen an Logistikdienstleister steigen

Grundsätzlich handelt es sich bei der „Logistik“ um einen Überbegriff, der diverse Teilbereiche umfasst. So ist der Lkw-Fahrer ebenso ein Part der Branche, wie der Lagerleiter oder der Tourenplaner. Tatsächlich beginnt die Logistik im Lager und endet, oftmals, wieder im Lager - nur am anderen Ende der Welt. Mit gesteigerten Anforderungen müssen jedoch alle Bereiche innerhalb der Branche rechnen:

  • Transportwege - durch die Globalisierung werden die Transportwege immer länger, müssen jedoch auch in kürzerer Zeit überbrückt werden. Hinzu kommt der immense Kostendruck, der stets im Mittelpunkt steht.
  • Hintergrundwissen - je nach Bereich der Logistik ist das Wissen um Rechtsfragen, Zölle, Formulare und notwendige Deklarierungen unheimlich wichtig. Die Krux hierbei ist, dass sich Mitarbeiter ständig auf völlig neue Situationen einstellen müssen, da sich die Regeln häufig ändern.
  • Geschwindigkeit - dies betrifft Materiallieferungen, aber auch Pakettransporte oder Speditionstransporte. Oft ist es bereits gängig, binnen 24 Stunden zu liefern, doch auch die Lieferung am selben Tag wird immer häufiger gewünscht.
  • Digitalisierung - viele der Großlager sind heute schon digitalisiert. Die Logistik 4.0 wird aber auch kleinere Betriebe und Branchen betreffen. Mit der Umstellung kommen natürlich neue Anforderungen, wie auch Herausforderungen.

Logistikdienstleister können niemals auf einem Stand stehen bleiben, sie sind gezwungen, sich fortwährend zu wandeln und neuen Gegebenheiten anzupassen. Bei Dienstleistern aus dem Bereich laufen beinahe alle Bereiche der Logistik zusammen: Transport, Tourenplanung, Digitalisierung (Warenwirtschaft etc.). Einige Anbieter stellen zudem auch Lagerservices zur Verfügung. Dabei müssen sie dem Kostendruck des Markts standhalten.

Die Karriereaussichten im Logistikbereich lassen sich durchaus als vielversprechend bezeichnen. Foto: Elevate / Unsplash.com

Welche Jobs warten in der Logistik?

Wie bereits erwähnt, gibt es viele Jobs, die zur Logistik zählen, einen hohen Stellenwert haben und zukunftsträchtig sind. Abhängig vom Beruf ist ein Studium nicht unbedingt notwendig, da es auch Ausbildungsberufe in dem Bereich gibt. Ein Überblick:

Ausbildungsberufe in der Logistik

  • Fachkraft zur Lagerlogistik - die dreijährige Ausbildung konzentriert sich auf sämtliche Aufgaben, die im Logistiklager anfallen: Lagerung, Warenannahme, Versand von Waren, Dokumentationen, Spedition. Die Ausbildung ist mit Haupt- und Realschulabschlüssen vereinbar.
  • Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung - dieser Beruf ist leicht mit dem Reiseverkehrskaufmann zu vergleichen. Während der Ausbildung lernen Azubis sämtliche Maßgaben inklusive rechtlicher Vorschriften, die für Speditionen notwendig sind. Zugleich beschreibt die Tourenplanung ein großes Aufgabengebiet.

Die Ausbildungsberufe bieten stets den Blick hinein ins Lager und somit hinter die Kulissen. Deshalb sind sie eine ideale Grundlage, um im Anschluss ein Studium - welches oft sogar dual mit der Ausbildung vereinbar ist - anzuhängen:

Studienberufe der Logistik

  • Logistikmanager - der Manager ist für diverse Bereiche verantwortlich und benötigt somit ein breites Fachwissen. Logistikmanager sind meist zugleich mit dem Personalwesen betraut. In kleineren Betrieben ist der Logistikmanager oft für die komplette Logistik verantwortlich, in Großbetrieben untersteht ihm meist ein Team oder Lager.
  • Key Account Manager Logistik - er betreut den bestehenden Kundenstamm und geniert über die Akquise Neukunden.
  • Disponent - er sorgt dafür, dass die logistischen Prozesse reibungslos ablaufen: Er hat den Überblick über die Ressourcen, organisiert den Warentransport, überwacht die Arbeiten und übernimmt die Qualitätssicherung.

Das sind nur drei Beispiele von unzähligen Studienberufen. Besonders wichtig ist natürlich, gerade im Hinblick auf die Digitalisierung, der IT-Bereich der Logistik. Auch dieser bietet Studienmöglichkeiten:

  • SAP Consultant Logistik - der Consultant ist mit SAP bestens vertraut und kann innerhalb des Betriebs Schulungen anbieten, aber auch Fehler und Probleme beheben. IT-Fachkraft Logistik - in diesem Bereich geht es in erster Linie darum, die passenden Programme für Betriebe auszuwählen und zu installieren.
  • Logistik-Ingenieur - zumeist wird er von produzierenden Unternehmen genutzt und trägt dort die Verantwortung dafür, dass alle Prozesse reibungslos ablaufen. Der Job ist eine Schnittstelle zwischen Technik und der Wirtschaft.

Wie sind die Zukunftsaussichten?

Es darf behauptet werden, dass die Logistikbranche eine der Branchen mit den besten Zukunftsaussichten ist. Dennoch kann sich niemand in der Branche beruhigt zurücklehnen, denn um weiterhin eine sichere Schnittstelle zwischen Erstproduzent, Verarbeiter, Verkäufer und schließlich Verbraucher zu sein, müssen die Anforderungen der Zukunft erfüllt werden:

  • Digitalisierung - ein Logistikunternehmen muss für den Betrieb passende digitale Lösungen finden und in die Prozesse integrieren. Die Industrie 4.0 ist heute schon in Großlagern sichtbar.
  • Geschwindigkeit - die Geschwindigkeit, mit der einzelne Prozesse ablaufen müssen, wird sich künftig noch weiter erhöhen.
  • Nachfrage - sie wird sich weiterhin steigern. Immer mehr Waren werden importiert oder exportiert, darunter auch eher ungewöhnliche Güter. Nachdem sich sogar der Maschinenhandel digitalisiert, ist zu vermuten, dass die Art der Güter sich noch einmal ausweitet.

Trotz der guten Aussichten steht die Logistik Problemen gegenüber. Gerade der enorme Kostendruck ist ein zentrales Thema. Dienstleister werden künftig noch gezielter nach den günstigsten Lösungen suchen müssen, die es aber dennoch erlauben, den gewünschten, geforderten und gesetzlichen Maßstäben zu entsprechen.

Die Nachfrage steigt

Die Logistik mit all ihren Teilbereichen ist aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsberuf oder einem Studium sollten sich somit ruhig mit der Logistik befassen. Auch IT-Interessierte können hier ihre Heimat finden, denn mit der fortschreitenden Digitalisierung kommen auch in der Logistik immer neue Aufgabenfelder und Optionen hinzu. Grundsätzlich ist die Logistikbranche unheimlich interessant und bietet jeden Tag neue Herausforderungen. Stillstand ist fehl am Platz - und auf der Straße.

(vo)