Expat: Für deutsche Firmen im Ausland arbeiten

Expat : Für deutsche Firmen im Ausland arbeiten

Immer mehr Bundesbürger zieht es ins Ausland. Auf der Suche nach Abenteuer, besseren Karrierechancen oder einem entspannten Lebensstil verlassen jedes Jahr fast 200.000 deutsche Staatsbürger das Land.

Während viele der Emigrierenden ihren Wohnsitz dauerhaft in ein fremdes Land verlegen, werden auch jährlich Tausende Deutsche von ihren Arbeitgebern ins Ausland geschickt, um dort für einen kurzen Zeitraum, der von wenigen Wochen bis hin zu mehreren Jahren betragen kann, zu arbeiten.

Die Motive von Expats sind denen der Auswanderer sehr ähnlich. In einer kürzlich vom Bundesamt für Bevölkerungsforschung veröffentlichten Studie geben fast 60 Prozent der befragten Emigranten an, wegen ihres Berufes auszuwandern. Trotz der Hürden eines Jobs im Ausland sehen hier größere Chancen, sich beruflich weiterzuentwickeln und mehr Geld zu verdienen. Die Studie untermauert diesen Beweggrund, da Vollzeitangestellte nach einem Jahr Arbeit im neuen Heimatland etwa 1.200 Euro monatlich mehr erwirtschaften. Zwar ist mit 76 Prozent der Großteil der Auswanderer Akademiker, doch hat der Bildungsgrad der Auswandernden keinen Einfluss auf die Verdienststeigerung. Auch bei den Geringverdienern wurde die Lohnsteigerung im gleichen Maße registriert.

Auch für Expats ist die Karriere der Hauptgrund, für eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen. Zwar mag bei jungen Arbeitskräften auch Abenteuer und die Lebensbedingungen ein Grund dafür sein, diesen Schritt zu wagen, doch steht in erster Linie der Verdienst und die Aufbesserung des eigenen Lebenslaufs im Fokus. Viele große deutschsprachige Firmen haben inzwischen Großteile ihres Betriebs ins Ausland verlegt, um von den geringeren Arbeitskosten vor Ort zu profitieren. Zur Erhaltung der Qualität und um die Arbeitskräfte vor Ort einzuarbeiten, entsenden diese Unternehmen regelmäßig deutsche Fachkräfte zu ihren neuen Betriebsstätten. Diese erhalten, je nach Vertrag, in dem fremden Land diverse Zuschüsse und verdienen im Schnitt deutlich mehr, als in Deutschland. Der höhere Lohn soll die Expats locken, den Schritt zu wagen und den Arbeitnehmer für die teils deutlich schwereren Arbeitsbedingungen im Ausland kompensieren.

Die Berichte von Expats im Ausland sind recht unterschiedlich. Viele berichten, sich sehr wohl gefühlt zu haben und diese Lebenserfahrung nicht missen zu wollen, während andere von einem harten, sehr isolierten Leben im Ausland berichten. Häufig kommt man gar nicht richtig mit der fremden Kultur in Kontakt, da man sich aufgrund von Sprechhindernissen oder großen kulturellen Unterschieden unbewusst an andere Auswanderer hält. Besonders die Ehepartner ehemaliger Expats, die ihre Partner ins Ausland begleiteten, berichten häufig negativ über ihre Erfahrungen. Frauen geben häufig ihren Job auf, werden zur Hausfrau und verlieren dabei den Anschluss an die Gesellschaft. Wegen sprachlicher und kultureller Hürden sind sie so häufig für die Zeit im Ausland sehr auf sich gestellt und finden schwer Anschluss.

So ist die Entscheidung als Expat im Ausland zu Arbeiten keine leichte. Beruflich kann ein Auslandsaufenthalt das Ersteigen der Karriereleiter deutlich beschleunigen, allerdings wird man privat vor einige Hürden gestellt. So muss man genau abwägen, wie die berufliche und private Situation ist, und welche Auswirkungen die Unterschrift unter einem Expatvertrag auf das Leben der eigenen Familie haben wird.

(vo)