Neue Perspektiven : Ein Studium aus der Ferne

Online studieren ist nicht erst seit der Corona-Pandemie ein Thema. Viele Universitäten bieten schon lange Fernstudiengänge an, die neben der flexibleren Zeiteinteilung insbesondere auch ein Studium neben der Berufstätigkeit ermöglichen. Aus finanziellen Gründen muss so niemand mehr auf eine akademische Ausbildung verzichten. Es kann aber auch der Weiterbildung dienen und so ganz neue Perspektiven eröffnen.

Mehr Zeit für gründliches Arbeiten

Ein Fernstudium ist nicht nur zeitlich flexibel, es kann bis auf festgelegte Präsenzveranstaltungen auch räumlich frei gestaltet werden. Der Stoff wird überwiegend schriftlich und audiovisuell übermittelt. Die Abgabe von Haus- und Semesterarbeiten erfolgt ebenfalls online. Das hat für den Studierenden erheblich Vorteile. Er kann noch bis kurz vor dem festgelegten Abgabetermin an seiner Arbeit feilen und beispielsweise den so wichtigen Fußnotenapparat auf korrekte Zitierweise und Quellenangaben überprüfen. Eine Arbeit, für die nur selten genug Zeit übrigbleibt.

Das Angebot ist groß

Rund 200 Universitäten bieten in Deutschland mehr als 1000 Fernstudien- und Lehrgänge an, in fast allen Fachbereichen. Ob Informatik, Ingenieurwesen, Technik, Medien und Marketing, die meisten Studiengänge können auch online absolviert werden. Das gilt aber nicht für alle Fachbereiche. Einige Fachrichtung wie etwa Lehramt oder Pharmazie eigenen sich dafür eher weniger. Bei vielen Studiengängen können Bachelor- oder Masterabschlüsse erworben werden.

Diese Abschlüsse werden auch problemlos anerkannt, wenn sie an einer in Deutschland staatlich anerkannten Hochschule erworben wurden. Beim Arbeitgeber kommen Fernstudiengänge immer gut an. Sie sprechen neben der Qualifikation auch für Durchhaltevermögen und Disziplin. Denn ein Fernstudium erledigt sich nicht nebenbei.

Es braucht Zeit und Geld

Rund 20 Stunden in der Woche müssen realistischerweise in ein Fernstudium investiert werden. Und das ist bei einer Vollzeitbeschäftigung durchaus ein erheblicher zusätzlicher Zeitaufwand. Je nach Hochschule, Studiengang und Abschluss fallen für ein Fernstudium Kosten von bis 20.000 Euro an. Jede Universität legt ihre Studiengebühren selbst fest, entsprechend unterschiedlich fallen sie aus. Allein diese Studiengebühren können für das gesamte Fernstudium zwischen 8.000 und 15.000 Euro liegen. Hinzu kommen weitere Kosten beispielsweise für Betreuung durch Tutoren und Prüfungsgebühren.

Unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen

Auch für das Studium an einer Fernuniversität oder Fachhochschule werden Abitur oder Fachhochschulreife vorausgesetzt. Mit der "Neuordnung des Hochschulzugangs für beruflich Qualifizierte" hat die Kultusministerkonferenz im Jahre 2008 den Weg frei gemacht für ein Studium ohne Abitur. So können Meister, Techniker, Fachwirte oder Berufstätige mit gleichgestellten Bildungsabschlüssen ohne Eignungsprüfung die allgemeine Zugangsberechtigung zur Hochschule erlangen.

Eine fachgebundene Zugangsberechtigung erhalten Berufstätige mit zweijähriger Ausbildung und dreijähriger Berufspraxis. In manchen Bundesländern wird eine Zugangsprüfung oder auch ein Probestudium verlangt. Damit soll die Eignung des künftigen Studierenden festgestellt werden.

Während der Corona-Pandemie haben viele Hochschulen ihr Studienangebote auf digitale Formate umgestellt. Dieser Trend wird sich im Zuge steigender Infektionszahlen vermutlich weiter fortsetzen. Die Hygienevorschriften lassen sich einfach nicht mit überfüllten Hörsälen in Einklang bringen. So werden Webinare, Lern-Videos und die Übermittlung digitaler Unterlagen in absehbarer Zeit auch mehr Raum bei regulären Hochschulstudiengängen einnehmen. Das Präsenzstudium dagegen wird weiter reduziert werden.

Die Digitalisierung der Hochschulen lässt sich nicht mehr aufhalten. Und auch die Hochschulrektorenkonferenz sieht die Zukunft der Hochschulen im Fernstudium.

(vo)