Diese "weiteren Kenntnisse" gehören in den Lebenslauf

Bewerbung : Welche "weiteren Kenntnisse" in den Lebenslauf gehören

Eine Rubrik sorgt bei Bewerbern, die ihren Lebenslauf schreiben, immer wieder für Kopfzerbrechen: „Weitere Kenntnisse“. Man sollte darüber im Bilde sein, welche Fähigkeiten man hier aufführen sollte und wie man diese möglichst präzise bewertet.

Die Rubrik „Weitere Kenntnisse“, manchmal auch „Besondere Fähigkeiten“ genannt, sorgt beim Schreiben des Lebenslaufs immer wieder für Unsicherheit, weil es keine festgelegten Regeln für ihren Inhalt gibt. Der Vorteil: Sie lässt Gestaltungsspielraum, sodass sie auf die jeweilige Stellenanzeige und die eigenen Fähigkeiten zugeschnitten werden kann. Umso strenger sollte man darauf achten, hier nur aufzuführen, was für die ausgeschriebene Stelle relevant ist - gerade bei EDV- oder IT-Kenntnissen ist es wichtig, spezifisch zu sein. Die Fähigkeiten sollten zum Zeitpunkt des Vorstellungsgesprächs nachweisbar sein, falls sie dort abgefragt werden - entweder während des Gesprächs oder durch eine Testaufgabe. Veraltete Kenntnisse in den Lebenslauf aufzunehmen, ist somit nicht empfehlenswert - es sei denn, man hat diese bis zum Vorstellungsgespräch wieder aufgefrischt.

EDV- und IT-Kenntnisse im Lebenslauf

Welche Programme man beherrscht, sollte man möglichst genau angeben - also nicht etwa „Microsoft-Office-Paket“, sondern „MS Word“, „MS PowerPoint“ oder „MS Excel“. Die Fähigkeiten in den jeweiligen Programmen, Programmiersprachen oder Datenbanken müssen ebenfalls möglichst konkret angegeben werden. Dafür können Abstufungen wie beispielsweise „Grundkenntnisse“, „gute Kenntnisse“ und „sehr gute Kenntnisse“ verwendet werden.

Über Grundkenntnisse in Excel verfügt beispielsweise, wer die wichtigsten Funktionen des Programms nutzen und einfache Aufgaben selbstständig lösen kann, erklärt Stephan Reins von der Seite bewerbung-tipps.com.

Gute Kenntnisse kann man wiederum angeben, wenn man das Programm regelmäßig anwendet und mit den gängigen Funktionen vertraut ist. Für sehr gute Excel-Kenntnisse sollte man sicher in der Verwendung von Formeln, Makros, Diagrammen und der SVERWEIS-Funktion sein. Auch die ZÄHLENWENN-Funktion sollte bekannt sein und sicher angewendet werden können - wer sie erlernen oder auffrischen will, findet im Internet Anleitungen wie diese, die mit Anwendungsbeispielen arbeiten.

Sprachkenntnisse im Lebenslauf

Neben IT-Fähigkeiten gehören Sprachkenntnisse in den Abschnitt „Weitere Kenntnisse". Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Einordnung. Zum einen kann auch hier eine Abstufung in Grundkenntnisse, gute und sehr gute Kenntnisse erfolgen. Eine weitere übliche Einteilung ist es, neben Grundkenntnissen in „fortgeschritten“, „fließend“, „verhandlungssicher“ und „Muttersprache“ zu unterscheiden.

Zudem gibt es die Möglichkeit, zur Einordnung der sprachlichen Fähigkeiten den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) zu nutzen: Hier werden bestimmten Sprachniveaus Bezeichnungen wie A1, A2, B1 und so weiter zugeordnet. Die für das jeweilige Level notwenigen Kenntnisse sind klar definiert und werden zum Beispiel in Sprachkursen mit entsprechenden Tests überprüft.

Wenn die Sprachkenntnisse in der Ausschreibung explizit gefordert sind, sollte man sie zusätzlich durch ein Zertifikat im Anhang belegen - beispielsweise DELF oder DALF für Französischkenntnisse, DELE für Spanisch und IELTS, TOEFL oder das Cambridge-Zertifikat für Englischkenntnisse. Die erreichten Noten oder Punktzahlen können dann ebenfalls in den Lebenslauf aufgenommen werden.

Führerschein angeben oder nicht?

Eine weitere mögliche Angabe in der Rubrik "Weitere Kenntnisse": Der Führerschein. Auch bei diesem sollte sich der Bewerber die Frage stellen, ob er für die ausgeschriebene Stelle relevant ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn er explizit in der Ausschreibung genannt wird oder Mobilität für die Stelle eine Rolle spielt. Wer noch jung ist und sich auf eine Ausbildungsstelle bewirbt, kann dadurch zudem seine Flexibilität hervorheben.

(rd)
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